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Peta kritisiert Taubenzüchter

„Taubenauflass“ Peta kritisiert Taubenzüchter

Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert die Stadthäger Taubenzüchter. Anlass ist ein sogenannter „Taubenauflass“ im brandenburgischen Eberswalde. Von dort sollen am Sonntag rund 1800 Tiere über mehr als 300 Kilometer ihren Weg zurück finden.

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Quelle: SYMBOLFOTO (DPA)

STADTHAGEN. Peta zufolge sterben viele der Tiere an Dehydration, Hunger, Erschöpfung und Verletzungen. Außer der Reisevereinigung (RV) Stadthagen/Lindhorst beteiligt sich dem Verband Deutscher Brieftaubenzüchter zufolge unter anderem auch die RV Bad Rehburg/Neustadt am Rübenberge an der Veranstaltung. Beide sind organisiert im Regionalverband Minden-Schaumburg.

„Brieftaubenzüchter nehmen für die Teilnahme an Wettflügen wissentlich den Tod vieler Tiere in Kauf“, sagt ein Peta-Sprecher. Die Flüge seien deshalb „ethisch nicht vertretbar und müssen verboten werden“. Zudem würden die Tiere in der Regel bewusst von ihren Partnern oder der Brut getrennt. Motivation sei für die Vögel nicht Ehrgeiz, sondern „die Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag“.

Immer wieder stehen Brieftaubenzüchter in der Kritik, weiß auch Walter Tillmann vom Stadthäger Verein „Gut Flug“. Er hat nach eigenen Angaben mehr als 60 Jahre lang Tauben gezüchtet. Selbst ist er nicht in Eberswalde, nimmt nicht mehr an Auflässen teil. Seine Zunft verteidigt Tillmann trotzdem gegen die Peta-Kritik.

„Dann müssten Pferderennen auch verboten werden, das ist auch Stress für die Tiere“, sagt der Niedernwöhrener. Wenn Tauben nicht zurückkämen, läge das zum Beispiel daran, dass sie einem Falken zum Opfer gefallen oder wegen zu starken Rückenwindes über das Ziel hinausgeschossen sind. Mit Kraftfutter und Vitaminen würden die Vögel so auf den Wettkampf vorbereitet, dass sie ihn im Normalfall auch überstehen.

Auch den Peta-Vorwurf, hinter Züchtererwartungen zurückgebliebenen Tauben werde ohne Betäubung der Hals lang gezogen und der Kopf umgedreht, weist Tillmann zurück. Er selbst habe so etwas nie gemacht und ihm seien auch keine Fälle bekannt.

„Die Wettflüge bedeuten ohne Frage Stress für die Tauben“, sagt der Biologe Thomas Brandt. „Zumal ihnen dann ja meist die Jungtiere weggenommen werden.“ Der wissenschaftliche Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer erklärt: „Ich persönlich würde es nicht machen.“  jcp

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