"Das war ganz, ganz tolles Theater“, freute sich nach der Vorführung Schulleiter Heinrich Frommeyer. Er bezog das Lob sowohl auf Klasse als auch auf Masse. Er habe noch nicht erlebt, das für die Inszenierung eines Theaterstückes die RGS-Bühne kaum ausreichte.
Musiklehrerin Christine Fulge hatte nach einem Stück gefahndet, dass Schauspiel und Musik zusammenführt und möglichst zahlreichen Schülern die Gelegenheit zum Mitwirken gab. Im „Gold der Inkas“ von Rainer Butz war Fulge fündig geworden. Das Spiel, das die Eroberung des Inkareiches durch Francisco Pizarro und die Unterwerfung und Ermordung des Inkas Atahualpa im 16. Jahrhundert nachstellte, wurde mit den Wahlpflichtschülern in eineinhalb Jahren erarbeitet und einstudiert.
Simon Chlouba leitete den Schauspielpart. Die Schüler hatten sich die Textvorlage gründlich vorgenommen, Kürzungen und Veränderungen angebracht, Nebenrollen ausgestaltet, Kontraste geschaffen, damit das Stück nicht in einer Darstellermasse versank. Das ist den Schülern und Chlouba gelungen.
Die historische Geschichte wurde zudem durch humorvolle Dialoge und bekannte Songs aufgebrochen. Der „Abba“-Schlager „Money, Money“ bot sich an, als es um das Gold der Inkas ging. Von diesem Schatz wollte ein Bote Kaiser Karl V. im fernen Spanien berichten. Quer durch die Aula, die in ihrer Gesamtheit für das Spielgeschehen genutzt wurde, rannte und rief, stürzte und schlidderte ein Bote in gelber Jacke (Aufschrift: Express) und brachte nur atemlos heraus: „Piz..., Piz...! Pizza?“ Einen Bringdienst mutmaßte Kaiser Karl. Nein, der Kurier berichtete vom pekuniären Erfolg des Eroberers Pizarro (Magnus Bade) für die spanische Staatskasse.
Dynamik besaß das Spiel. Die Schüler agierten selbstbewusst, hatte ihre Parts „gut drauf“, wenn auch bei der Masse der Darsteller – nicht jeder sang oder sprach lautverstärkt – so mancher Spruch unterging. Musikalisch begleiteten Streicher, Holz- und Blechbläser sowie Percussion die Conquistadoren-Story. Diese endete mit dem Tod Atahulapas. Trotzt horrender Lösegeldzahlung wurde der Inka bekanntlich durch die Spanier hingerichtet. Im Schlussbild versammelten sich alle Darsteller recht und links eines Podestes, auf dem Atahualpa (Nadine Kribbe) saß und sein Henker hinter ihm stand. Der Inka wurde getreu der Historie – jedoch nur andeutungsweise – „erwürgt“, sein Kopf fiel nach vorn, die Bühne verdunkelte sich kurz. Und dann sangen alle Schüler – auch Atahualpa hatte sein Haupt wieder erhoben - den Freiheitssong „El Condor pasa“.
sk
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