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Plädoyer für den Meister

Börsennacht Plädoyer für den Meister

Dass Wirtschaftspolitik auch Standort- und Bildungsaspekte beinhaltet, haben die Podiumsgäste bei der 14. Auflage der Schaumburger Börsennacht der Sparkasse thematisiert. Die Themen Bildung und der viel zitierte Fachkräftemangel haben dabei einen breiten Raum eingenommen.

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Sprechen klare Worte in Sachen Schaumburger Wirtschaft: Sparkassen-Chef Hans-Heinrich Hahne (von rechts), Landrat Jörg Farr, Sascha Wagener, Geschäftsführer von AHE Schaumburger Weserkies, sowie Andreas Blindow von den Bernd-Blindow-Schulen, OBO-Geschäftsführer Kurt Hüther und Moderator Marc Fügmann.

Quelle: rg

Stadthagen. So fand Sascha Wagener, Geschäftsführer des Unternehmens AHE Schaumburger Weserkies, gegenüber Moderator und SN-Chefredakteur Marc Fügmann deutliche Worte angesichts der jüngsten Entwicklungen in diesen Bereichen: „Ich halte viel vom alten Diplom-Ingenieur und bedaure, dass es diesen Studiengang seit dem Bologna-Prozess nicht mehr gibt.“ Dies habe in den vergangenen Jahren zu einer Gleichmacherei und damit zu einem Absinken des Bildungsniveaus geführt, sagte Wagener. „Das wird zu einem Problem, wenn wir uns weiterhin als Bildungsgesellschaft verstehen wollen.“ Wagener zufolge müssen die duale Ausbildung und der Meister insbesondere für das Handwerk erhalten bleiben. Für diese Worte bekam der AHE-Geschäftsführer von den 300 Gästen viel Applaus.

 Andreas Blindow, Geschäftsführer der Bernd-Blindow-Schulen, gab den Zuhörern indessen Einblicke in die Welt der digitalen Aus- und Weiterbildung sowie den Bildungsstandort Weserbergland. „Mittlerweile haben wir an unserer Hochschule 4800 Studenten“, so Blindow. Diese kommen dabei nicht nur aus Deutschland. „Durch die Vorlesungen, die im Internet übertragen werden, haben wir Studenten aus China, den USA, Portugal und der Türkei“, ergänzte Blindow.

 Dass Standortfragen nicht allein eine Sache des qualifizierten Nachwuchses ist, zeigten Landrat Jörg Farr und Kurt Hüther, Geschäftsführer der Stadthäger OBO-Werke. Das Traditionsunternehmen hatte jüngst ein zweites Werk in der Kreisstadt in Betrieb genommen. Die OBO-Werke hatten sich dazu in eine leer stehende Lagerhalle eingemietet. „Ein weiteres Beispiel für eine solche Standortpolitik ist das ehemalige Coca-Cola-Gelände in Stadthagen“, ergänzte Farr. „Dieses wird mittlerweile von der Firma Heye International genutzt.“ Erweiterungen müssten demnach nicht immer in Neubauten ziehen.

 Der Landrat verwies zudem auf die Förderpolitik des Landkreises. Zwar laufe das EU-Förderprogramm „Pro Invest“ aus, „der Kreistag hat sich aber glücklicherweise dafür entschieden, dass wir die bisherige Kofinanzierung in Höhe von 2,1 Millionen Euro weiter zur Verfügung stellen“.

 Vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen in der Euro-Zone bekannte Sparkassen-Chef Hahne, dass finanzielle Aspekte nicht die einzigen Kriterien für eine Investition seien. „Die wirtschaftliche Perspektive ist entscheidend“, so Hahne. Dazu gehören etwa auch Faktoren wie eine gute Infrastruktur und das bereits viel zitierte qualifizierte Personal. bes

 

Deutschland droht eine neue Wirtschaftskrise

 

Mit viel wirtschaftsgeschichtlichen Fakten hat Carsten-Patrick Meier bei seinem Experten-Vortrag während der 14. Schaumburger Börsennacht aufgewartet. Durch zahlreiche Ausflüge in die Zeiten, als noch Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Kohl die Regierungsgeschäfte geführt hatten, zeigte der Inhaber und Geschäftsführer des Wirtschaftsinstituts Kiel Economics, dass die deutsche Wirtschaft im europäischen Vergleich derzeit keineswegs in der Krise stecke. Als Gründe nannte Meier unter anderem die Hartz-Reformen der Kanzlerschaft Gerhard Schröders. Weitere Faktoren seien der Schub durch die Wiedervereinigung und die Etablierung der gemeinsamen Währung gewesen.
 Meier fand in seinem Vortrag allerdings auch mahnende Worte. So gebe es Entwicklungen und Anzeichen in Deutschland, die ihn an die Situation in Spanien und anderen südeuropäischen Krisenländern vor der Wirtschaftskrise erinnern. Dazu gehören der stetige Anstieg der Immobilienpreise und die Lohnentwicklung.  bes

Mehr dazu Lesen Sie in der Dienstagsausgabe der SN.

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Deutschland ist nach Ansicht von Carsten-Patrick Meier im Gegensatz zu anderen Euro-Ländern bisher kaum von der jüngsten Wirtschaftskrise betroffen gewesen. Der Inhaber des Wirtschaftsinstituts Kiel Economics sparte als Gastreferent bei der 14. Schaumburger Börsennacht der Sparkasse allerdings auch nicht mit Kritik an den Entscheidungen von EZB und Bundesregierung.

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