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Stadthagen Stadt Planung für Georgschacht-Halde steht bevor
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Planung für Georgschacht-Halde steht bevor
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15:36 17.03.2019
Stadthagen

Es ist nach Auskunft des städtischen Wirtschaftsförderers Lars Masurek „der Wunsch der Stadtverwaltung, dass in der zweiten Jahreshälfte dafür ein Bebauungsplan-Verfahren in Gang gesetzt wird“.

Maßgebende Voraussetzung dafür ist die Entscheidung der Eigentümerin der Halde, der Eliat Besitz- und Beteiligungsgesellschaft mbH, dort einen Solarpark zuzulassen. Nach vielen Gesprächen mit dem Unternehmen sei klar, so Masurek, „dass es von dieser Seite definitiv Signale in die gewünschte Richtung gibt“.

Der Wirtschaftsförderer geht noch weiter: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass eine positive Entscheidung der Eigentümerin in allernächster Zeit passiert.“
Nach einer solchen Entscheidung müssen laut Masurek die offiziellen Planungsschritte erfolgen: das Stellen eines Bauantrags durch die Eigentümerin und der Aufstellungsbeschluss für ein B-Planverfahren durch den Rat. Beides erhofft sich die Stadtverwaltung für die zweite Jahreshälfte. Ein B-Plan muss her, weil baurechtlich eine Umnutzung des Areals von einer Bauschutthalde zu einem Photovoltaik-Standort erforderlich ist.

Beteiligte Behörden halten Projekt für machbar

In einer Reihe von Vorgesprächen habe es seitens der Genehmigungsbehörden des Landkreises – der Unteren Natur-, Wasser- und Abfallbehörde – Signale gegeben, dass das Projekt auf der Halde grundsätzlich machbar ist. „Alle Beteiligten sind gewillt, dass es zu einer Umsetzung des Vorhabens kommt“, berichtet Masurek. Freilich sei auch die Auskunft gekommen, dass es sich bei dem geplanten Projekt „um ein herausforderndes, komplexes Planungsvorhaben handeln wird“, so der Wirtschaftsförderer.

„Als potenzielle Investoren stehen zwei Alternativen in den Startlöchern“, wie Masurel erläutert. Zum einen die zur Ruhrkohle AG gehörende Montan Solar GmbH. Diese würde den Solarpark auf einen Schlag errichten, wenn die Halde komplett verfüllt ist. „Das wird freilich noch einige Jahre dauern“, fügt Masurek hinzu. Den gewonnenen Strom wolle die Montan Solar GmbH ins überregionale Stromnetz einspeisen.

Als zweiten potenziellen Investor gibt es ein Konsortium von etwa zehn regionalen Betrieben und Institutionen. Auch die Möglichkeit von Bürgersolaranlagen wäre hierdurch gegeben. Dieses Konsortium hat ein Konzept zur schrittweisen Errichtung des Solarparks, die auch schon begonnen werden könnte, während die Halde noch verfüllt wird. Außerdem sei von dieser Seite beabsichtigt, den Strom an Abnehmer im näheren Umfeld zu verkaufen, also ein Projekt der zukunftsweisenden dezentralen Energieversorgung.

Entscheidung trifft die Eliat GmbH

Die Entscheidung, welche Alternative zum Zuge kommt, wird die Eliat GmbH treffen. „Ich werde der Eigentümerin hier auf keinen Fall irgendwelche Ratschläge geben“, betont Masurek, „aber Fakt ist, dass der erste Weg deutlich länger dauern würde, weil die Halde erst verfüllt sein müsste.“

Der Wirtschaftsförderer versichert, dass die Stadt das Projekt weiterhin mit Nachdruck vorantreiben wird. „Wir tun das in der Überzeugung, dass die allseits gewollte Energiewende letztlich vor Ort passiert.“ Regenerative und dezentrale Energiegewinnung sei zukunftsweisend. Hier könne die Stadt ein starkes Signal geben, zukunftsorientiert zu agieren. Zudem sei die Georgschacht-Halde in diesem Zusammenhang „ein dafür geeigneter Ort mit großem Potenzial“.

Zwar will sich Masurek noch auf keine Zeitschiene bei der Umsetzung festlegen, merkt aber an: „Es wäre schön, wenn man zum Stadtjubiläum im Jahr 2022 mit ersten Solarzellen auf der Halde dokumentieren könnte, dass wir mittendrin sind in der Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projekts.“ ssr