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Stadthagen Stadt Politik strikt gegen Markthalle
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Politik strikt gegen Markthalle
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00:16 21.11.2016
Um dem Wochenmarkt keine Konkurrenz zu machen, will die Politik die Idee einer Markthalle nicht weiter verfolgen. Quelle: Foto: Archiv/rg
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STADTHAGEN

Er könne sich eine Markthalle nicht vorstellen, „ohne dass sie in Konkurrenz zum Wochenmarkt tritt“, so SPD-Fraktionschef Jan-Philipp Beck. Der dreimal pro Woche stattfindende Wochenmarkt sei ein zentraler Frequenzbringer für die Innenstadt. Ihn dürfe man durch keine Konkurrenz gefährden. Selbst wenn eine Markthalle nicht an Wochenmarkttagen geöffnet hätte, wie von Theiß vorgeschlagen, beseitige das die Konkurrenz nicht, „denn viele Waren kauft man pro Woche nur einmal“.

 Auch Maria Börger-Sukstorf (Grüne) sagte Nein zur Markthalle: „Wir dürfen absolut nichts machen, was den Wochenmarkt schwächen könnte, eher müssen wir den Beschickern noch helfen.“

 Norbert Kunze (FDP) bezeichnete den Vorstoß für eine Markthalle als „tot geborenes Kind“. Stadthagen sei dafür zu klein, das werde sich nicht rechnen. „Und wir müssen aufpassen: Wenn es durch konkurrierende Angebote keinen Wochenmarkt mehr gäbe, dann wäre Stadthagen tot.“

 Für „abwegig“ hielt es Richard Wilmers (WIR), „so zu tun, als ob eine Markthalle in Stadthagen denkbar wäre“. Der Wochenmarkt habe eine sehr große Akzeptanz.

 Thema ist für Stadthagen tot

Der städtische Wirtschaftsförderer Lars Masurek versuchte zurückzurudern. Es gebe in der Stadtverwaltung „keine Planungen für eine Markthalle, sondern nur eine Idee“. Dabei gehe es darum, Direktvermarktern aus der Region die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte anzubieten, ohne dass der Kunde auf zahlreiche Höfe fahren müsse. Dieses Motiv sei Grund genug, an einer solchen Idee zu arbeiten. Masurek räumte ein: „Eine gewisse Konkurrenz zum Wochenmarkt will ich gar nicht wegreden.“ Allerdings habe man noch keine geeignete Immobilie gefunden. Und ein potenzieller Betreiber habe bereits abgewunken, die Sache sei nicht wirtschaftlich.

 Da das Thema in der Verwaltung noch nicht Planungsstatus erreicht habe, „wären wir damit nicht von uns aus an die Öffentlichkeit gegangen“, so Masurek. Dass die Stadt mit dem Gedanken an eine Markthalle spiele, sei „vom Landkreis in die Öffentlichkeit lanciert worden“. Auch der Landkreis trage sich mit dem Gedanken, eine Markthalle einzurichten, und zwar in einer Samtgemeinde, denn nur dort gebe es EU-Fördergeld. Masurek wurde deutlich: „Eine Markthalle in einem Grundzentrum, das wäre Konkurrenz zum Handel in Städten wie Stadthagen, darum kann das nicht sein.“ Dieser Vorgang zeige, dass es richtig sei, die Idee einer Markthalle in der Stadt selber zu verfolgen.

 Auf die zusammenfassende Anmerkung von Kunze, „das Thema Markthalle ist für Stadthagen doch tot“, reagierte Masurek so: „Ja, wenn sich nicht noch entscheidend Neues ergibt.“ ssr

 

Kommentar

Wochenmarkt Schützen

Stadthagen kann stolz sein auf seinen Wochenmarkt, der drei Mal in der Woche richtig Frequenz in die Innenstadt bringt. Umso mehr müssen Verwaltung und Stadt um jeden Beschicker kämpfen. Konkurrenzangebote wie eine Markthalle würden Standbetreiber vergraulen. Hier ist also äußerste Vorsicht geboten. Zumal es Wochenmärkte per se immer schwerer haben. Denn der zumeist feste Kundenstamm wird immer älter.

Junge Kunden zu gewinnen, ist nicht leicht. So sehen das auch die Politiker. Dementsprechend fiel ihr Votum aus. Dennoch: Dass die Verwaltung locker über neue Konzepte nachdenkt, ist elementar wichtig, um die Kreisstadt weiter voranzubringen. Sie dafür zu kritisieren, demnach fehl am Platz. Genauso wie eine Markthalle.

von Verena Insinger

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