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Stadthagen Stadt Polizei bietet Gedächtnisstütze
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Polizei bietet Gedächtnisstütze
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17:25 26.10.2018
Axel Bergmann (links), Anke Heldt und Jörg Stuchlik setzen auf große Lettern, um die Menschen für Einbruchsprävention zu sensibilisieren.  Quelle: tbh
Stadthagen

Gelegenheit macht Diebe – eine Redewendung, die es auf den Punkt bringt. Einbruchschutz bedeutet immer auch, den Tätern möglichst keine Gelegenheit zu geben.

„Eigentlich weiß das jeder“, sagt Jörg Stuchlik, Kriminalermittlungsdienstleiter in Stadthagen. Dennoch sei es wichtig, Bürger immer wieder für die Gefahren zu sensibilisieren. Gemeinsam mit dem Weissen Ring sorgt die Polizei in Stadthagen daher auch dieses Jahr wieder für eine Gedächtnisstütze.

An allen großen Einfallstraßen werden bis zum Frühjahr wieder Banner hängen. „Fenster auf Kipp?“ steht dort in großen Lettern auf sechs Metern Länge. Viele Worte sind gar nicht nötig, wie Polizeisprecher Axel Bergmann erklärt. Vielmehr sollen die Menschen durch die Banner immer wieder wachgerüttelt werden. Außer in Stadthagen werden die großen Worte als Erinnerungshilfen auch in Hagenburg zu sehen sein. Dort werden aufgrund der Nähe zur A2 besonders häufig Einbrüche verübt.

In Schaumburg ist Bergmann zufolge 2016 ein Zehn-jahreshoch erreicht worden. Dass die Zahlen heute mehr als 20 Prozent niedriger ausfallen, sei dem Gesamtpaket zur Einbruchsprävention geschuldet, zu der auch die im Bereich der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg einmalige Banneraktion zählt.

Generell sei es wichtig, dafür zu sorgen, dass Häuser und Wohnungen keinen verlassenen Eindruck machen. Ausreichende Beleuchtung – in der dunklen Jahreszeit am besten gesteuert über einen Bewegungsmelder – geschlossene Fenster und die Garage nicht offen stehen lassen, wenn man wegfährt: Oft seien es die kleinen Dinge, auf die es ankomme.

Besonders wichtig sind auch die Nachbarn, betont Stuchlik. Die unter dem Motto „Vorsicht, wachsamer Nachbar“ verbreitete Aktion sei nach wie vor eine effektive Methode, Einbrechern das Leben schwer zu machen. „Denn wenn die Täter Häuser und Wohngebiete ausspähen, bekommen auch sie mit, wenn die Nachbarn aufpassen“, weiß der Kriminalermittlungsdienstleiter. Daher Stuchliks Appell: „Lieber einmal mehr bei der Polizei anrufen, als einmal zu wenig.“ Die Beamten seien auf solche Tipps aus der Nachbarschaft angewiesen, auch wenn in der dunklen Jahreszeit zum Beispiel vermehrt Streifenwagen unterwegs seien und Anwohner auf Einbruchsprävention aufmerksam machen. Wenn die eigenen vier Wände erst einmal von Fremden betreten wurden, biete der vormals geschützte Rückzugsraum plötzlich keinen Schutz mehr und das Sicherheitsgefühl gehe verloren.

„Die psychischen Probleme sind oft das Schlimmste für Einbruchsopfer“, erklärt Anke Heldt, Außenstellenleiterin des Weissen Rings Schaumburg. Viele Menschen könnten zum Beispiel nicht ertragen, dass Fremde ihre Schubladen oder das Bett durchwühlt haben. Oft sei ein Umzug der letzte Ausweg. Der Weisse Ring unterstützt Opfer aber nicht nur hinsichtlich psychischer Betreuung und Beratung, sondern auch finanziell – zum Beispiel mit Zuschüssen für zerstörte Gegenstände.