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Stadthagen Stadt Polizei lässt Sickerschächte leerpumpen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Polizei lässt Sickerschächte leerpumpen
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12:34 25.04.2018
Auf Wunsch der Ermittler der Mordkommission haben Helfer des THW sowie Mitarbeiter einer Fachfirma Sickergruben auf dem Hof von Jörg W. leergepumpt. Quelle: Schwan (MT)

Das THW sowie eine Fachfirma pumpten am Dienstagmorgen sechs Sickerschächte sowie eine Jauchegrube auf dem Grundstück leer. Tatverdächtiger Kevin R. hatte gegenüber den Ermittlern ausgesagt, dass dort die beiden Leichen vor dem Vergraben zwischengelagert worden seien.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte am Montag angekündigt, dass erneut Durchsuchungen durchgeführt werden sollen. Markus Mertens, Leiter der zuständigen Mordkommission (Moko) „Wilhelm“, sagte gestern vor Ort, es gehe um konkrete Hinweise des zweiten Tatverdächtigen Kevin R. Der 24-jährige Zeitsoldat soll nach Informationen des Mindener Tageblattes in Verhören zu Protokoll gegeben haben, dass die Leichen des Rentners Gerd F. und des Hilfsarbeiters Jochen K. zwischenzeitlich auf dem Hof gelagert wurden, bevor sie auf dem Grundstück vergraben wurden. Dies sollte nun durch Spuren bestätigt werden. Außerdem wollten die Ermittler nichts übersehen. Ob sie was entdeckt haben, ist unklar. Dem Vernehmen nach rückten sie aber ohne neue Erkenntnisse ab.
Jörg W., der Inhaber des Hofes, hat gestanden, den 30-jährigen Stadthäger Fadi S. Anfang März mit einem Hammer erschlagen zu haben. Außerdem wird er verdächtigt, den 71-jährigen Rentner Gerd F. und den 65-jährigen Hilfsarbeiter Jochen K. ermordet zu haben. Der 24-jährige Kevin R., der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, belastet ihn in beiden Fällen schwer. W. soll aus Habgier gehandelt haben, bei seiner Festnahme wurden die EC-Karten der Opfer bei ihm gefunden. Mertens sagte ebenfalls: „Alle Tatwerkzeuge sind gefunden und sichergestellt.“
Hinweise auf weitere Opfer gibt es nach Angaben des Moko-Leiters derzeit nicht. Man gleiche aber landesweit Vermisstenfälle mit den Ermittlungsergebnissen ab. Auch sei die Vergangenheit des Ex-Fremdenlegionärs Jörg W. mittlerweile klarer. In Duisburg hatte er vor seinem Umzug nach Hille gemeinsam mit seiner Frau ein landwirtschaftliches Anwesen angemietet. Dort würden keine Menschen vermisst, so Mertens. Die Ermittler hätten dennoch Spuren gesichert und mit Kontaktpersonen gesprochen.
Nach der Durchsuchung am Dienstag sollen die Arbeiten vor Ort „zeitnah“ eingestellt werden, teilte die Mordkommission mit. In den vergangenen Wochen hatten die Ermittler dort regelmäßig Spuren gesichert. Jörg W. schweigt zu den Vorwürfen.  vin