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Polizei nimmt Drohbrief-Schreiber fest

Stadthagen / 59-Jähriger von Beamten vernommen Polizei nimmt Drohbrief-Schreiber fest

Eine filmreife Verfolgungsjagd haben sich ein türkischstämmiger Geschäftsmann in Stadthagen und ein 59-Jähriger aus der Kreisstadt geliefert. Nachdem Adem Barut und seine Familie in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Beleidigungen und Volksverhetzung war, ist es dem türkischstämmigen Mann nun gelungen, den vermeintlichen Täter zu stellen.

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Von Benjamin Schrader und Tina Bonfert. Stadthagen. „Das war riesiges Glück. Jetzt sind wir alle froh, dass es nun ein Ende hat“, sagt Barut erleichtert. In mehreren Briefen mit hasserfüllten und fremdenfeindlichen Inhalten sind Barut und seine Familie, die ein Feinkostgeschäft in Stadthagen betreiben, bedroht worden.

„Seit das mit den Briefen angefangen hat, habe ich immer wieder den Laden und die Umgebung beobachtet. Am Sonntag hatte ich noch etwas im Geschäft zu tun und habe, als ich wegfahren wollte, zufällig einen Mann gesehen, der einen Brief in der Hand hatte und sich dem Laden näherte.“ Als der 59-Jährige den Inhaber entdeckte, flüchtete er in ein Mehrfamilienhaus. Barut, der den Mann zur Rede stellen wollte, ließ sich jedoch nicht abschütteln und informierte die Polizei. „Nach ersten Ermittlungen vor Ort war den Polizeibeamten schnell klar, dass der Tatverdächtige sich nur in einer bestimmten Wohnung aufhalten konnte“, erklärte die Polizei Stadthagen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bückeburg wurde eine Durchsuchung angeordnet. Die Feuerwehr Stadthagen unterstütze die Polizeibeamten, um gegebenenfalls die Wohnungstür mit geeignetem Gerät gewaltsam zu öffnen. Um Schlimmeres zu verhindern, öffnete der 59-Jährige schließlich die Wohnungstür. Bis zu 30 Passanten verfolgten zeitweise den Einsatz in der Innenstadt.

Die Ermittler stellten in den Räumen diverses Beweismaterial sicher. Der Mann wurde zur Dienststelle gebracht und verhört. Er konnte das Kommissariat später jedoch wieder verlassen. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse geht die Polizei nach eigenen Angaben weiterhin von einem Einzeltäter aus. „Der Tatverdächtige ist bisher noch nie im Zusammenhang mit politisch motivierten Straftaten aufgefallen“, hieß es dazu seitens der Ermittler.

Barut und seine Familie kennen den Tatverdächtigen nicht und hatten – wie der Familienvater erklärte – noch nie etwas mit ihm zu tun. Nach der Anspannung der vergangenen Wochen gehe es der Familie nun endlich wieder gut.

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