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Pragmatische Umsetzung des Adoptionsrechts

Stadthagen / Konflikt in Syrien und dem Irak Pragmatische Umsetzung des Adoptionsrechts

Wohncontainer für 300 Millionen Euro und eine pragmatische Anwendung des Adoptionsrechts für jesidische Waisenkinder: Der Nienburger Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) hat mit Vertretern der Gruppe über Hilfsmöglichkeiten für die Verfolgten im Nordirak diskutiert. Außerdem rief er die hiesigen Jesiden-Gruppen auf, sich zu vernetzen.

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Maik Beermann (Mitte) diskutiert mit seinen Gästen über Hilfe.

Quelle: sk

Stadthagen. Eine ungewöhnliche Runde hatte Beermann im Stadthäger Bürgerbüro seiner Partei versammelt: Daud Coskun und Sükrü Kaska von der seit fünf Jahren bestehenden jesidischen Gemeinde „Hevgirtina-Ezidiya“ in Nienburg sowie die Jesiden Haco Khalaf und Sohn Fakhri aus Stadthagen. Dort soll ein Verein entstehen.

 Beermann brachte die Vertreter der kurdischen religiösen Minderheit, deren Mitglieder im Nordirak von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verfolgt werden, an einen Tisch. Der Politiker legte seinen Gästen ans Herz, sich zu vernetzen, um vom jeweiligen Wissen und der Erfahrung der benachbarten Gemeinden zu profitieren.

 Die Jesiden in Schaumburg und Nienburg bemühen sich um Hilfe für ihre verfolgten Gruppenmitglieder im Nordirak und hoffen auf die Hilfe Deutschlands. In den Fokus der Weltöffentlichkeit rückten die kurdischen Jesiden, als vor etlichen Wochen etwa 30000 Menschen auf der Flucht vor dem IS ins irakische Sindschar-Gebirge flohen und dort eingeschlossen wurden.

 Die Nienburger Jesiden-Gemeinde startet am Freitag ihren zweiten Hilfstransport in das Krisengebiet. Coskun war bereits beim ersten Transport dabei und schilderte: „Die Lage ist katastrophal.“ Viele Kinder seien nur mit T-Shirts und Latschen bekleidet, so, wie sie vor dem IS fliehen mussten. Coskun: „Wenn wir den Menschen nicht schnell helfen, verlieren wir Tausende Kinder im Winter.“ Zwar wisse er, dass Deutschland bereits viele Millionen Euro gespendet habe. Aber von der Hilfe „sieht man gar nichts“. Die Unterstützung sei nicht im Sindschar-Gebirge angekommen, sondern in falsche Hände gelangt.

 „Die Dringlichkeit ist uns bekannt“, warf Beermann ein. In jeder Fraktionssitzung werde über die Lage der Jesiden gesprochen. Ein Ziel seiner Partei sei es, Wohncontainer für die geflohenen und bedrohten Jesiden im Nordirak zu installieren. 300 Millionen Euro solle die EU hierfür freigeben.

 Hilfe bot Beermann außerdem für Kinder im Krisengebiet an, die Eltern und sämtliche Verwandte verloren haben. Er, Beermann, könne sich für eine pragmatische Anwendung des Adoptionsrechts für jesidische Kinder einsetzen. Das fand Coscun „in Ordnung“. sk

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