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Public Viewing noch auf dem Prüfstand

Stadthagen / Bedenken wegen „geschützter Nachtruhe“ Public Viewing noch auf dem Prüfstand

Fahnenmeere und Fangesänge auf dem Marktplatz oder am Landsberg’schen Hof: Ob die anstehende Fußball-Europameisterschaft diese Bilder mit sich bringt, ist auch rund acht Wochen vor Anpfiff noch nicht geklärt.

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Ob Fußballfans in diesem Jahr die Spiele der Europameisterschaft wie hier auf dem Marktplatz oder auch am Landsberg’schen Hof unter freiem Himmel schauen können, ist noch nicht sicher.

Quelle: Archiv

Stadthagen (jcp). Die einzige Aussage, zu der Verwaltungssprecherin Bettina Burger sich hinreißen lässt: „Wir prüfen gerade, ob das rechtlich möglich ist.“

 Zünglein an der Waage sind gültige Lärmschutzbestimmungen. Die waren bei vergangenen Meisterschaften durch das Bundesumweltministerium erweitert worden, um das sogenannte Public Viewing zu ermöglichen, also die Übertragung der Spiele auf Großbildleinwand unter freiem Himmel.

 Eine solche Entscheidung auf Bundesebene hat es in diesem Jahr allerdings noch nicht gegeben, weshalb der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner sich in der vergangenen Woche schriftlich an Bundes-Umweltminister Norbert Röttgen gewandt hat. Birkner schrieb: „Für die Fußball-Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie die Fußball-Europameisterschaft 2008 sind temporär geltende Public-Viewing-Verordnungen erlassen worden, um die entsprechenden Veranstaltungen in einem rechtssicheren Rahmen organisieren und durchführen zu können. Mit Überraschung musste ich jetzt zur Kenntnis nehmen, dass dies für die Fußball-Europameisterschaft 2012 nicht geschehen soll.“

 Das sei „bedauerlich“, das Public Viewing gerate in „deutlichen Konflikt mit den geltenden Lärmschutzregelungen“. Bei einem Elfmeterschießen nach den Vorrundenspielen zum Beispiel sei mit Auseinandersetzungen über die Einhaltung der „geschützten Nachtruhe“ zu rechnen.

 Ein klares Anliegen. Jedoch ließ ein Sprecher des Bundes-Umweltministeriums gestern verlauten, die geforderte Klarheit in der Sache sei längst hergestellt worden. Der Unterausschuss „Physikalische Einwirkungen“ der sogenannten „Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz“ habe per Abstimmung zu Beginn des Jahres entschieden, dass den Ländern ihre jeweils eigene Gesetzeslage ausreiche, um Public Viewings in legalem Rahmen zu ermöglichen. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind unter anderem die Immissionschutz-Beauftragten der Landes-Umweltministerien.

 Wie der niedersächsische Vertreter abgestimmt hat, war gestern aus dem Umweltministerium nicht zu erfahren. Allerdings, so heißt es in Birkners Schreiben an Röttgen, dürfte es zu den erwähnten Auseinandersetzungen auch „unter Ausnutzung der Sonderregelungen […] für seltene Ereignisse“ kommen.

 Viel zu prüfen gibt es also noch. Und, wie Birkner sein Schreiben abschließt: „Die Zeit drängt.“

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