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Stadthagen Stadt „Pupswissen“ nicht länger gefragt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Pupswissen“ nicht länger gefragt
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18:06 03.12.2013
Charmaine Liebertz (rechts) referiert lieber im Publikum, als auf der Bühne hinter dem Mikrofon. Quelle: tbh
Von Tina Bonfert

Eindrücklich erläuterte die Erziehungswissenschaftlerin, wie unwichtig und wertlos jedoch reines Faktenwissen ihrer Ansicht nach künftig sein wird, und prognostizierte einen großen Paradigmenwechsel im Bildungswesen.

 Liebertz, Gründerin und Institutsleiterin der Gesellschaft für ganzheitliches Lernen, verdeutlichte auf zum Teil kabarettistisch anmutende Weise; wie sich aus ihrer Sicht die Struktur des Lernens und das Bildungssystem in Richtung eines „professionellen Dilettantismus“ verändern werden. „Auf keinem Gebiet wird es mehr Profis geben. Fakten kann man sich mittlerweile ,ergooglen‘. Viel mehr als um solches ,kleines Pupswissen‘ wird es in Zukunft darauf ankommen, Standpunkte einzunehmen und Werte zu entwickeln“, erklärte Liebertz.

 Dass dem so sein könnte, untermalte sie mit Beispielen aus dem eigenen Leben. Liebertz erzählte von ihrem „auch nicht besonders fleißigen“ Sohn, der zur Freude seiner Mutter mittlerweile „erfolgreich aus dem Haus ist“.

 Dass auch Gefühle und die Bindung zwischen Lehrern und Schülern sowie Kindern und Eltern längst nicht mehr als „Kuschelpädagogik“ angesehen werden sollten, sondern entscheidende Erfolgsfaktoren sind, konnte das Publikum schon bei der Begrüßung feststellen. Da die Erziehungswissenschaftlerin besonderen Wert auf persönlichen Kontakt legt, schüttelte sie zunächst ein paar Besuchern die Hand und animierte die Gäste, sich ihrem Sitzpartner persönlich vorzustellen.

 Liebertz hielt sich sowieso viel lieber zwischen den Zuschauern als auf der Bühne hinter dem Mikrofon auf. Damit bei all der schweren Kost keiner einschlief und ihr die Aufmerksamkeit der Zuhörer auch bis zum Schluss erhalten blieb, schob sie zwischendurch eine Runde „Fingerballett“ ein.

 Zum Schluss gab es auch noch ein paar Tipps zur Kindererziehung im 21. Jahrhundert: „Seid authentisch, aktiviert mentale Bilder, lasst die Kinder teilhaben, stärkt Kompetenzen und seid emotional.“