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Quadrat hört auf

Leerstand Innenstadt Quadrat hört auf

Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere Läden in der Innenstadt aufgegeben haben, kommt nun ein weiterer hinzu: Das Geschäft "Quadrat" in der Niedernstraße wird es zum Jahresende nicht geben. Inhaberin Helene Marquard sieht keine Perspektive mehr: "Es sind zu wenig Leute in der Stadt."

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Stadthagen. Fast 28 Jahre war Helene Marquard mit ihrem Geschäft „Quadrat“ in der Innenstadt angesiedelt. Nun wird sie ihren Laden schließen – spätestens zum Jahresende, wenn der Mietvertrag ausläuft, wie die Inhaberin ankündigt. Bereits vor etwa einem Jahr sei die Entscheidung in ihr gereift: „Die Situation hat sich verändert“, sagt die Geschäftsfrau enttäuscht. Es sei einfach zu wenig los, moniert sie. Tourismus existiere gar nicht, und „die Stadt unternimmt nichts dagegen“, klagt die Inhaberin. Seit Jahren – im Grunde sogar seit Jahrzehnten – geschehe nichts. Es werde zugesehen, wie es mit Stadthagen bergab gehe. „Ich wünsche dem Ort, dass er noch einmal die Kurve bekommt. Aber im Moment sehe ich schwarz“, so Marquard.

Bonita, Schuhhaus Rode und Hussel machen auch dicht

Sie habe sich immer auf ihre „tollen Kunden“ verlassen und sich lange gegen eine nach ihrer Einschätzung überwiegend männerdominierte Geschäfts- und Verwaltungswelt durchsetzen können. Aber die Veranstaltungen, die in regelmäßigen Abständen in der Innenstadt stattfinden, hätten ihre Kunden nicht angezogen, sogar eher verschreckt, urteilt die Kauffrau.
Nach eigenen Angaben hätte sie das Geschäft gern noch ein paar Jahre weiter betrieben. Doch ihr sei bewusst geworden, dass es dafür keine Perspektive gebe. Das liege auch an der immer älter werdenden Klientel in der Stadt. Jüngere potenzielle Kunden meiden die Stadthäger Innenstadt, glaubt sie. Diese Gruppe bestelle entweder im Internet oder bevorzuge andere Einkaufsstädte. Ihr sei durchaus bewusst, dass es vergleichbaren Orten ähnlich gehe, so Marquard. Trotzdem, steht für sie fest, werde in Stadthagen zu wenig getan, um den Trend zu stoppen. Dass jüngst noch weitere Geschäfte in der City eine Schließung angekündigt hatten (SN berichteten), überrasche sie deshalb nicht. So werden die Boutique Bonita, das Schuhhaus Rode, der Süßwarenanbieter Hussel und der Geschenkartikelladen Cottage bald dicht machen.

Andere Geschäftsinhaber aus der Niedernstraße, wie Jost Böger, sehen nach eigenen Worten auch diverse Probleme. Aber man dürfe auch nicht alles schlecht reden und sich entmutigen lassen, warnt er. Wichtig sei, dass die Geschäftsleute untereinander zusammenhalten – und das sei in der Niedernstraße der Fall.  Das bestätigt auch Michael Kausch, der vom negativen Image der Nordstadt genervt ist. „Ein ganz großer Teil von uns ist seit Jahrzehnten in der Niedernstraße mit seinen Geschäften angesiedelt.“ Dabei handelt es sich laut Kausch um einen guten Mix aus kleinen Fachgeschäften. Er habe es satt, dass immer wieder von einem Problemviertel gesprochen werde. Das führe nicht dazu, dass wieder mehr Laufkundschaft käme. jemi

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