Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Quadro Nuevo im Ratsgymnasium

Taxi bitte! Quadro Nuevo im Ratsgymnasium

Auf dem Krammarkt haben sich rotgefrorene Hände an Glühweinbecher gepresst, drinnen flogen im warmen Bühnenlicht Finger über Pianotasten und Knöpfe am Bandoneon: Im Ratsgymnasium verwöhnten Quadro Nuevo ihre Fans mit Tango in den verschiedensten Klangfarben – und ganz schön jazzig.

Voriger Artikel
Polizei warnt vor dubiosen E-Mails
Nächster Artikel
Große Gefühle auf dem Herbstkrammarkt

Quadro Nuevo begeistern in der Aula des Ratsgymnasiums.

Quelle: Skamira

Stadthagen. Eine prächtige Konzertharfe leuchtete golden im Rampenlicht, Star auf der stillen Bühne. Der offene Flügel wartete auf den Pianisten. Der Bass lag noch am Boden, und auf einer Kiste ruhte das Bandoneon. Den allerersten Ton lieferte das Saxofon. Bandoneon und Bass gesellten sich dazu. Die Konzertbesucher hörten Tango, aber der erlaubte sich, virtuos gespielt, alle Freiheiten.
Im vergangenen Jahr ist die Gruppe nach Buenos Aires gereist, um sich im Mutterland des Tango inspirieren zu lassen. Herausgekommen ist unter anderem der Titel „Buenos Aires Taxi Drive“, eine Eigenkomposition, die Hektik und Dynamik vermittelt – eine Hommage an die Taxifahrer in der Millionenmetropole am Rio de la Plata. Die Taxifahrer hätten sich laut Quadro Nuevo-Bassist D.D. Lowka als Sachverständige in Sachen Tango entpuppt und den deutschen Musikern ans Herz gelegt: „Spielt den Tango nicht auf dem Akkordeon.“ Ursprünglich sei das Bandoneon.
Eine andere Frage spaltet die Tango-Nation. Es geht um die Akzeptanz von Astor Piazolla, der den Tango Nuevo erfand und dessen Kompositionen Kammermusiker spielen. Piazolla, so Lowka, habe den Tango geadelt. Aber: Der Tango sei in den Hafenvierteln von Buenos Aires entstanden. Dort sei der Wunsch nach erotischen Abenteuern zwar groß, der Raum für ein Tête-à-Tête aber früher bemessen gewesen. Um die Erotik am glimmen zu halten, bis Platz wurde, tanzte man auf Tuchfühlung im Tangorhythmus. So erzählte es Lowka. Zum „Buenos Aires Taxi Drive“ klopfte der Bassist einen durchgehend schnellen, nervösen Rhythmus, nicht auf seinem Instrument, sondern sitzend auf einem Kasten. Auch das Bandoneon eignete sich für Percussion. Leichte Klopfer beantwortete der Pianist wiederum nicht nur mit Tastenanschlägen.
Als Chris Gall merkte, dass sein Klavierhocker knarrte, setzte er das Geräusch durch Gewichtsverlagerung rhythmisch ein, ganz kurz nur. Die unkonventionelle Improvisation ging jedoch nicht unter im großen Klangbild. Jeder Ton hatte sein Eigenleben, jeder leiseste Ausklang schwebte selbstbewusst im Raum. Und mit dem letzten Ton verlosch das Licht. Zeit für frenetischen Applaus und Pfiffe, gänzlich begeistert und taktlos. sk

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg