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Räuber droht die Abschiebung

Stadthagen/Bückeburg / Haftstrafe Räuber droht die Abschiebung

Nach dem brutalen Raubüberfall auf einen Supermarkt an der Stadthäger Jahnstraße hat das Landgericht in Bückeburg den Täter (27) am Freitag zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

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Quelle: pr.

Stadthagen/Bückeburg. Weil er Ausländer ist, droht ihm überdies die Abschiebung. Der Schuldspruch lautet auf schweren Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Als Motiv gilt Geldnot. Der Mann aus Paderborn, ein Familienvater mit zwei kleinen Kindern, soll rund 20 000 Euro Schulden gehabt haben.

Nach Ladenschluss hatte der Räuber an jenem Sonnabend im August 2013 drei Angestellten, die noch im Geschäft waren, am Personaleingang des Marktes aufgelauert. Mit vorgehaltener Waffe, einer Spielzeugpistole aus Plastik, drängte er die Mitarbeiter zurück ins Gebäude. Den stellvertretenden Marktleiter schlug der Paderborner mit der Mündung so heftig vor die Brust, dass das Opfer eine blutende Wunde erlitt, von der eine Narbe zurückgeblieben ist. Später bekam der Angestellte noch einen Faustschlag ins Gesicht, durch den er zu Boden ging. Eine der Frauen wurde gezwungen, den Tresor zu öffnen. Die Mitarbeiter mussten niederknien und sich selbst mit Kabelbindern fesseln.

In seinem Geständnis hatte der Angeklagte sinngemäß erklärt, dass er den Mann versehentlich verletzt habe. Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, glaubt das nicht. Die Zeuginnen hätten „einen gezielten, kräftigen Schlag“ mit der Waffe beobachtet. Gegen den Mann, so Kütemeyer, sei der Täter „ausgesprochen heftig“ vorgegangen, obwohl der 43-Jährige „keinen erkennbaren Widerstand geleistet“ habe. Dies, die körperlichen Verletzungen und seelischen Folgen der Tat sprechen gegen den Angeklagten.

Geglaubt hat das Gericht, dass der Räuber einen Komplizen hatte. Von diesem Mann, angeblich Bauunternehmer, soll die Idee stammen, einen Markt auszurauben, der vom ostwestfälischen Paderborn etwa 100 Kilometer entfernt liegt. Nicht zu widerlegen sei, dass beide Männer die Beute von rund 3000 Euro geteilt hätten, hieß es.
Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig hatte sechseinhalb Jahre Haft gefordert. Im Gegensatz zu ihm sieht das Gericht jedoch einen minder schweren Fall. Auf Richter Kütemeyer wirkt die Tat „nicht routiniert und kaltblütig“, sondern „etwas dilettantisch“.

So habe der 27-Jährige unsicher gewirkt und einer Frau das Handy gelassen, mit dem diese später bei der Polizei anrufen konnte. In seiner Hektik stieß sich der Räuber selbst am Tresor den Kopf und erlitt eine blutende Wunde. Die Blutspur führte direkt zum polizeibekannten Täter, weil dessen Daten bereits gespeichert waren. „Wegen der DNA-Spur wäre er auch ohne Geständnis überführt worden“, glaubt Kütemeyer.

Dem Vernehmen nach läuft gegen den 27-Jährigen noch ein Verfahren vor einem anderen Gericht, bei dem es um ähnliche Vorwürfe geht. Die Fäden im Hintergrund soll ebenfalls der mutmaßliche Komplize gezogen haben, dessen Name den Ermittlern nun bekannt ist. „Ohne das Geständnis meines Mandanten wäre er nie überführt worden“, meint Verteidiger Ralf Jordan.  ly

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