Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Rat beschließt Erhaltungssatzung

Mit großer Mehrheit Rat beschließt Erhaltungssatzung

Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt eine Erhaltungssatzung für die Altstadt beschlossen. In der Satzung ist unter anderem geregelt: Die Stadtverwaltung darf in Zukunft bei etlichen historisch wertvollen Häusern, die nicht unter Denkmalschutz stehen, maßgeblich darüber mitentscheiden, ob diese abgerissen oder wesentlich optisch verändert werden dürfen.

Voriger Artikel
Stadthagen kooperiert bei DSL-Ausbau
Nächster Artikel
Oberschule am Schlosspark ausgezeichnet

Stadthagen (ssr). Auch beim Aussehen von Neubauten kann die Verwaltung künftig kräftig mitentscheiden. Ein zentrales Ziel dabei ist es laut Satzungsbegründung, den Charakter der Straßenzüge in der Altstadt zu erhalten. Die Satzung ist Teil des Antrags für das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, aus dem im Erfolgsfall in den kommenden Jahren rund 5,5 Millionen Euro nach Stadthagen fließen sollen.
Die Altstadt sei „die besonders prägnante Visitenkarte Stadthagens“, argumentierte der rot-grüne Gruppensprecher Jan-Philipp Beck: „Sie hat eine besondere Bedeutung.“ Daher schlussfolgerte er: „Die Altstadt muss erkennbar bleiben, ihr gilt ein besonderer Schutz.“ Dem diene die Erhaltungssatzung. „Das alles heißt nicht, dass wir uns keine Veränderungen vorstellen können“, fügte Beck namens der Gruppe SPD/Grüne hinzu. Die Satzung ermögliche es, jeden Einzelfall abzuwägen. Bei der Frage nach einem Abriss spiele auch die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung und der Erhaltungszustand des Gebäudes eine Rolle.
Scharfe Kritik kam von CDU-Fraktionschef Heiko Tadge: „Die Satzung schießt über das Ziel hinaus.“ Nicht alle dort als erhaltenswert gekennzeichneten Gebäude seien das auch. Das Regelwerk berge die Gefahr, „dass sinnvolle Investitionen erschwert werden“. Die Intention der Satzungsbegründung lasse darauf schließen, „dass es zu einer Konservierung des Stillstandes kommen soll“, mahnte Tadge. Zwar gebe es in der Altstadt „wunderschöne Areale, aber eben auch Bereiche im schlimmen Zustand“. Dort könnten Veränderungen sehr positiv sein. Die Mehrheit der CDU-Fraktion votierte mit sieben Stimmen  gegen die Satzung, allerdings gab es auch zwei Ja-Stimmen.
Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) warf ein, die Angst, dass sich wegen der Satzung wirtschaftlich nichts weiterentwickeln werde, sei unbegründet. „Im Einzelfall bleibt der Abriss eine Option“, betonte Theiß. Es werde wichtig sein, „mit Fingerspitzengefühl an jede einzelne Situation heranzugehen“. Dabei müsse stets im Blick sein, ob eine Sanierung wirtschaftlich machbar sei oder nicht. „Die Satzung ist eine Richtlinie, kein Korsett“, betonte Lothar Biege (FDP).

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg