Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Rat pfeift Theiß zurück

Bürgerbefragung Tropicana Rat pfeift Theiß zurück

Es wird keine weitere Bürgerumfrage zum Thema Bewegungsbecken oder Freibad geben. Der Verwaltungsausschuss hat den Vorstoß von Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) einmütig abgelehnt.

Voriger Artikel
Unfall auf der Breslauer Straße
Nächster Artikel
Vorfreude auf Bewegungsbad

Eine Wiederbelebung des Stadthäger Freibads ist vorerst vom Tisch. Die Ratsfraktionen haben sich mehrheitlich gegen eine erneute Bürgerbefragung ausgesprochen.

Quelle: Archivfoto

Stadthagen. Die Konsequenz: Nunmehr wird unmittelbar der Ratsbeschluss umgesetzt, im Jahr 2016 ein Bewegungsbecken zu errichten. In der kommenden Wahlperiode soll bis 2021 nach dem erklärten Willen von SPD/Grüne und CDU ein Freibad folgen.

Theiß hatte per Umfrage ein Votum einholen wollen, ob die Bürger ein Bewegungsbecken oder ein Freibad wollen, weil er überzeugt ist, dass nur eines von beidem finanzierbar ist.

In der Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) wollte Theiß seinen Antrag zurücknehmen und den entsprechenden Tagesordnungspunkt absetzen. Doch SPD/Grüne und CDU bestanden darauf, darüber abzustimmen. Daraufhin lehnten Rot-Grün und Union den Antrag ab, Theiß selber enthielt sich der Stimme.

Er habe zuvor von SPD/Grüne und CDU das Signal bekommen, dass diese am Bau des Bewegungsbeckens festhalten würden, selbst wenn die Umfrage ein anderes Ergebnis hervorgebracht hätte, begründete Theiß seinen Rückzug: „Dann hätte ich mit der Umfrage Geld verbrannt, ohne dass ich etwas hätte ändern können.“ Es habe schließlich „keinen Sinn, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, da verkämpfe ich mich nicht“, räumte der Bürgermeister ein.

Als Niederlage empfinde er den Vorgang nicht. „Ich wollte einen Anstoß geben, um vielleicht zu einem Umdenken zu kommen und eine gewisse Flexibilität hervorzurufen, das ist aber nicht gelungen.“ Für SPD/Grüne und CDU sei „der Ratsbeschluss offenbar in Stein gemeißelt“. Das Bekunden der großen Fraktionen für ein Freibad finde er „schön“, sagte Theiß: „Ich bleibe jedoch bei meiner Überzeugung, dass das nicht bezahlbar ist.“ Aber: „Ich würde mich freuen, wenn jemand das Ei des Kolumbus findet, das ich nicht sehe, und sich Umstände ergeben, die das doch möglich machen.“

Der rot-grüne Gruppensprecher Jan-Philipp Beck begrüßte es, „dass der Bürgermeister nunmehr umgeschwenkt ist“. Jetzt sei der Weg für die Umsetzung der zwei Schritte zu Bewegungsbecken und Freibad geebnet. Das entspreche auch dem Ergebnis der ersten Bürgerumfrage. Auch CDU-Fraktionschef Heiko Tadge sieht das VA-Votum positiv. „Nun kann das Bewegungsbecken ohne Verzögerung gebaut werden, um die Attraktivität des Tropicana schnell zu steigern.“

Anders WIR/FDP-Gruppensprecher Richard Wilmers: „Wir hätten eine zweite Bürgerumfrage für richtig gehalten.“ Rot-Grün und CDU „gaukeln den Bürgern vor, dass beide Becken umsetzbar sind, das ist aber überhaupt nicht realistisch.“ WIR/FDP haben im VA kein Stimmrecht, weil sie dafüür zu wenig Sitze im Rat haben. ssr

Niederlage für Theiß

Ein Kommentar von Stefan Rothe

Auch wenn Bürgermeister Oliver Theiß es anders einordnet: Bei der Bürgerumfrage zum Tropicana hat er eine Niederlage einstecken müssen. Durch den Lauf der Dinge sah er sich genötigt, sich bei seinem eigenen Vorstoß zu enthalten. Damit muss der Parteilose erstmals schmerzlich erfahren, wie es ist, in der städtischen Politik ohne Hausmacht dazustehen. Die Zukunft wird zeigen, ob es Theiß gelingt, künftig für eigene Überzeugungen eine Mehrheit zu organisieren. Noch mehr solcher Niederlagen würden seine politische Handlungsfähigkeit beschädigen. Die rot-grüne Mehrheitsgruppe und die CDU haben sich freilich eine erhebliche Bringschuld aufgebürdet. Sie müssen liefern: ein Freibad bis 2021. Ob die Erfüllung der eigenen Ansage gelingt, wird später eindeutig überprüfbar sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg