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Stadthagen Stadt Ratsherr will Spielhalle bauen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ratsherr will Spielhalle bauen
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18:40 09.03.2017
Quelle: Symbolfoto (dpa)
Stadthagen

Dem Vernehmen nach soll in den geplanten Neubau nicht nur eine Spielhalle einziehen, sondern auch eine Tanzschule, die bislang in einem Ortsteil ihr Domizil hat. Der Betreiber möchte nach SN-Informationen den Betrieb verlegen, weil es am jetzigen Standort zunehmend Spannungen mit Nachbarn gibt, die sich über Lärm der Gäste beklagen. Die an einer Wohnstraße gelegene Schule richtet regelmäßig auch Feiern aus.

Der Betreiber soll deshalb auch bereits mit den Gemeinden Nienstädt und Bückeburg über eine Ansiedlung verhandelt haben – Stadthagen hätte dann das Nachsehen gehabt. Dann ergab sich für ihn jedoch die Möglichkeit, an den Helweg umzuziehen, wo Tarak ein Grundstück kaufen will, um der Tanzschule später Räume in einem Neubau zu vermieten.

Gastronomisches Angebot schaffen

Dies allein, so heißt es, sei für ihn jedoch nicht auskömmlich. Tarak will deshalb zusätzlich ein gastronomisches Angebot schaffen und zehn bis zwölf Spielautomaten aufstellen. Auflagen der Stadt entsprechend sollen diese räumlich klar von der Tanzschule getrennt werden. Insgesamt, so heißt es weiter, geht es am Helweg um acht bis zehn Arbeitsplätze.

Offiziell bestätigen wollen die Beteiligten all das bisher nicht. Allerdings kündigte Tarak gegenüber den SN an, seine Pläne in der kommenden Woche gemeinsam mit dem Betreiber der Tanzschule bekannt machen zu wollen.

Der SPD-Fraktionschef Jan-Philipp Beck will sich derweil aus rechtlichen Gründen nicht öffentlich zum Grundstücksverkauf äußern, wie er sagt. Auch den Namen seines Parteifreunds und Ratskollegen Tarak nennt er nicht. Er gehe aber davon aus, so Beck, dass „der oder die Investoren sich bald selbst mit einem offiziellen Statement“ zu Wort melden werden.

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Heiko Tadge lehnt unter Hinweis auf eine Verschwiegenheitspflicht eine Stellungnahme ab. Das Thema sei bisher nur im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschusses behandelt worden.

Wilmers kritisiert Argumentation

Sollte sich in der kommenden Woche bestätigen, dass Tarak der designierte Spielhallenbetreiber ist, zeigt die SPD nach Ansicht von WIR-Sprecher Richard Wilmers „Solidarität mit den kaufmännischen Einzelinteressen“ eines Fraktionsmitgliedes statt mit den Interessen der Allgemeinheit. Zudem kritisiert Wilmers die Argumentation der anderen Fraktionen, die allesamt das Thema Spielsucht ausgeklammert hätten, um stattdessen WIR einen Vertrauensbruch vorzuwerfen. Der Verwaltungsausschuss tage zwar geheim, die Ergebnisse dürften aber durchaus bekannt gemacht werden, weist Wilmers auf die tatsächliche Rechtslage hin.

Enttäuscht zeigt der Politiker sich überdies von den Äußerungen des Stadthäger Suchtberaters Günter Hartung. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes hatte in den SN gesagt, Spielhallen seien „nicht per se schlecht“. jcp

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