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Neun Jahre Haft für Drahtzieher

Raubüberfall auf Rewe-Markt Neun Jahre Haft für Drahtzieher

Knapp drei Jahre nach dem brutalen Raubüberfall auf den Rewe-Markt an der Stadthäger Jahnstraße hat das Landgericht in Bückeburg auch den Drahtzieher verurteilt.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg. Neun Jahre Haft verhängte die 1. Große Strafkammer gegen den Mann aus Paderborn.

Der frühere Bauunternehmer (50) hatte den Tatort ausspioniert und als Täter einen 27-jährigen Bekannten ausgesucht, der bereits seit 2014 rechtskräftig verurteilt ist (wir berichteten). Von ihm wird der jetzt Angeklagte schwer belastet. Das Gericht hält die Aussage für glaubhaft, den 50-jährigen dadurch für überführt. So sieht es auch Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt. „Außerdem“, so der Vorsitzende Richter Norbert Kütemeyer, „hat der Angeklagte kein Alibi.“ Auch habe er den Belastungszeugen bis heute nicht wegen falscher Verdächtigung angezeigt.

Für den Rewe-Überfall allein bekam der Drahtzieher lediglich viereinhalb Jahre. Gleichzeitig bezog die Kammer jedoch ein vorausgegangenes Urteil des Landgerichts Paderborn in anderer Sache ein und bildete aus beiden Entscheidungen eine Gesamtstrafe. Der überaus kräftige Mann sitzt unter anderem in Haft, weil er zwei Drogenhändler zusammengeschlagen hat, die seinen Sohn mit „Stoff“ versorgt hatten. Seitdem seien beide Männer „schreckhaft“, wie es in dem Paderborner Urteil heißt.

Täter nennt Namen des Drahtziehers

Zurück zum Überfall in Stadthagen, begangen im August 2013: Nicht geplant hat der Drahtzieher nach Überzeugung der Richter das brutale Vorgehen des eigentlichen Täters. Der 27-Jährige hatte – wie berichtet – den Angestellten am Personaleingang aufgelauert, eine Mitarbeiterin über den Boden geschleift und den stellvertretenden Marktleiter mit der Mündung seiner Plastikpistole so heftig vor die Brust geschlagen, dass dieser eine blutende Wunde erlitt.

Im ersten Prozess, als er selbst angeklagt war, hatte der jüngere Mann den Namen des Drahtziehers genannt. Dem Geständnis zufolge hatte ihn der Hintermann damals nach Stadthagen gefahren, wo er ihm die Spielzeugpistole, Kabelbinder zum Fesseln sowie eine Gesichtsmaske gab und in sicherer Entfernung wartete. Nach der Tat hätten beide die Beute von rund 3000 Euro geteilt.

Im Prozess gegen den Drahtzieher verweigerte der 27-Jährige jetzt plötzlich die Aussage. Nicht einmal die Androhung einer sechsmonatigen Beugehaft brachte ihn zum Sprechen. „Ich finde es richtig schlimm, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt verteidigen konnte“, erklärte der Angeklagte dazu in seinem Schlusswort.

Verteidiger kündigt Revision an

Verteidiger Sascha Haring hat bereits Revision angekündigt. Der Belastungszeuge habe gelogen, objektive Beweismittel gebe es nicht. Haring geht davon aus, dass sein Mandant aus Rache zu Unrecht belastet wird. Früher soll der Bauunternehmer nämlich als verdeckter Ermittler des Zolls gegen einen Bekannten und Geschäftspartner des 27-Jährigen ermittelt haben.

Im Fall des 27-Jährigen hatte das Gericht auf einen minder schweren Fall erkannt und ebenfalls viereinhalb Jahre Haft verhängt. Angeblich hat der verurteilte Belastungszeuge später Vollzugslockerungen und die Zusage einer Halbstrafe bekommen. „Das“, so Haring, „wurde mir zugetragen.“ ly

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