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Referat über den Stadthäger Schlossbezirk

Kein Klo im Schloss Referat über den Stadthäger Schlossbezirk

Wie barocke Parkgestalter schon im 18. Jahrhundert mehr Weite und Ausstattung vorgaukelten und wie es vor 150 Jahren um die sanitären Verhältnisse im Schloss bestellt war, haben am Donnerstag 20 Gäste in der Alten Polizei erfahren.

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Theodor Vollmer (rechts) zeigt einen Welschen Giebel am Schloss.

Quelle: sk

Stadthagen. Die Gruppe „Café 60“ hatte zu einem bebilderten Referat über den herrschaftlichen Stadthäger Schlossbezirk eingeladen. Es sprachen der bildende Künstler Theodor Vollmer aus Lauenau und Architekt Horst Faltz aus Apelern. Ein aufgeschütteter Erdhügel, darauf eine hölzerne Burg mit Wassergraben drum herum, eine sogenannte „Motte“ war der Vorläufer des Schlosses im frühen 13. Jahrhundert.

Mit seinen prägenden Welschen Giebeln, Halbbögen mit Zierkugeln darauf, versah Baumeister Jörg Unkair den Neubau des Schlosses, errichtet ab 1535. Es lag innerhalb der Stadtmauern.

 Der Schlosspark beherbergte vor seiner barocken Ausgestaltung unter anderem ganz probat Gemüsebeete. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Park ein reiner Lustgarten. Um die Anlage größer und prächtiger erschienen zu lassen, wurden große Leinwände mit Wegperspektiven und Skulpturen bemalt und im Sommer an Wegenden aufgehängt.

 Die Zehntscheune im Schlossbezirk, die im 16. Jahrhundert Korn-Abgaben des Volkes aufnahm, war später ein Waschhaus, in dem auch Bad und Toilette eingebaut waren. Weder das eine noch das andere gab es Ende des 19. Jahrhunderts im Schloss – zu einer Zeit „als die Engländer bereits über Duschen verfügten“, erzählte Vollmer den staunenden Zuhörern. sk

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