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00:17 24.10.2016
Nele und Maxime machen es vor: Mit einem Wattestäbchen wird der Abstrich von den Stammzellenspendern genommen. Quelle: tbh
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„Toll, was für eine Hilfsbereitschaft die Schüler zeigen“, sagte Nele aus der 13. Jahrgangsstufe. Ein Schicksalsschlag in der Familie hat die 18-Jährige auf die Idee für die ungewöhnliche Schulaktion gebracht: Ihr Vater war Anfang 2015 an Leukämie erkrankt und konnte durch eine Stammzellenspende von Neles Schwester geheilt werden.

300 Schüler informieren sich

Damit noch mehr Blutkrebspatienten eine Aussicht auf Heilung bekommen, hat Nele gemeinsam mit ihrem Schulkameraden Maxime (19) die DKMS-Registrierung organisiert. Einen Tag lang hatten rund 300 Oberstufenschüler Gelegenheit, sich über die Stammzellenspende, die Registrierung sowie die Arbeit der DKMS zu informieren und gleich als Spender registrieren zu lassen.

Und mehr als die Hälfte der 300 Schüler aus dem 12. und 13. Jahrgang haben sich gleich als potenzielle Stammzellenspender zur Verfügung gestellt. „Das ist ein top Ergebnis“, betonte Martin Quarg von der DKMS. Zumal es wichtig sei, dass möglichst viele Menschen sich registrieren ließen, weil die Wahrscheinlichkeit dass die Gewebemerkmale von zwei Menschen zusammenpassen, sehr gering sei.

Spender berichtet über Erfahrungen

In einem Vortrag erklärte der DKMS-Mitarbeiter zunächst das Verfahren. Zusätzlich berichtete ein Spender über seine Erfahrungen. Wer wollte, konnte sich dann von einem aus dem zehnköpfigen Helferteam gleich einen Wangenabstrich entnehmen und sich damit registrieren lassen.

Zusätzlich haben Nele und Maxime auch Spender geworben. Mit Unterstützung der Lions Clubs Stadthagen und Schaumburg, des Leo-Clubs Schaumburg, der BHW Hameln und des Media Marktes sind so 2000 Euro zusammengekommen. Die DKMS kann das Geld gut gebrauchen, sagte Quarg. Denn allein eine Typisierung koste 40 Euro.

Markus Wanke (18), Vizepräsident des Leo-Clubs Schaumburg, überbrachte nicht nur einen symbolischen Scheck, sondern ließ sich bei der Gelegenheit auch gleich registrieren. „Ich finde es gut, dass auch junge Menschen sich engagieren“, lobte er die Initiative der Schüler. tbh

So funktioniert die Spende

Die Stammzellenspende ist nach Worten von Martin Quarg von der gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) längst nicht so aufwendig, wie viele meinen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten, die Stammzellen zu entnehmen. In 80 Prozent der Fälle können die benötigten Zellen ambulant aus dem Blut gefiltert werden. Bei der zweiten Variante wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Becken entnommen.

Bei der Filterung aus dem Blut nehmen die Spender zuvor Tabletten ein, die eine Art Überproduktion von Stammzellen auslösen. Das entnommene Knochenmark regeneriere sich von selbst wieder.

Wer sich registrieren lassen oder die DKMS mit einer Spende unterstützen möchte, findet im Internet unter www.dkms.de die nötigen Informationen. tbh

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