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Stadthagen Stadt Reparieren oder neu bauen?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Reparieren oder neu bauen?
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00:18 02.10.2017
Die Ratsfraktionen diskutieren über die Zukunft von Stadthagens guter Stube – der Fußgängerzone. Quelle: tro
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STADTHAGEN

Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses. In dieser hat der damit beauftragte Experte Klaus Schulze (B.S.L. Landschaftsarchitekten, Soest) die genannten grundlegenden Optionen vorgestellt.

 Mindestens eine Reparatur sei zwangsläufig erforderlich, erläuterte Schulze. Das Pflaster sei an unzähligen Stellen schadhaft, ebenso die Stufen auf dem Marktplatz. Etliche Laternen sind kaputt, für dieses alte Modell gebe es keinen Ersatz mehr. Viele Bäume sind abgängig, auch vom Mobiliar ist einiges schadhaft, so der Experte. Zur Schaffung einer besseren Barrierefreiheit müssten zumindest einige Querungshilfen in die Pflastersteine gelegt werden. Das alles stelle sozusagen das Minimalprogramm dar.

Zeitgemäße Altstadt

 Eine Neugestaltung würde laut Schulze viel weitreichendere Maßnahmen erfordern. Dazu zählten unter anderem die komplette barrierefreie Neupflasterung in einem helleren Ton, die Gestaltung der Marktstraße bis zu Hagemeyer als geräumigen Boulevard, die grundlegende Neugestaltung des Beleuchtungskonzeptes, eine Neuanordnung von Bäumen, Beseitigung etlicher Möbel, um eine großzügigere Atmosphäre zu schaffen und Beseitigung der Stufen und Betonquader auf dem Marktplatz, um eine ebene Fläche zu schaffen. Das alles würde nach Meinung von Schulze eine zeitgemäßere Altstadt-Atmosphäre, die wichtige Anbindung von Hagemeyer und mehr Nutzungsmöglichkeiten des Marktplatzes schaffen.

 Gerrit Schwalbach, Stadtplaner im städtischen Bauamt, machte anschließend deutlich, in welchem finanziellen Rahmen sich die Entscheidungsfindung bewegt. Aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ stehen für das Projekt Fußgängerzone demnach 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Zuschuss der Stadt nötig

 Die Variante der reinen Reparatur (je nach Material 400.000 bis 800.000 Euro) würde sich nach Angaben von Schwalbach mit dem Fördergeld gut finanzieren lassen. Eine Neugestaltung auf der von Schulze vorgeschlagenen Grundlinie würde etwa 2,6 Millionen Euro kosten. Das heißt: 1,2 Millionen Euro müssten aus dem städtischen Etat kommen. Eine dritte Option, bei der der Marktplatz neu gebaut, die Fußgängerzone auf der Markt- und Obernstraße aber nur repariert würde, beliefe sich auf 1,8 Millionen Euro, es müssten also 400.000 Euro aus Stadtmitteln fließen.

 Die Baupolitiker sahen sich nicht in der Lage, spontan eine Grundsatzentscheidung zu treffen. „Das müssen wir zwangsläufig in den Fraktionen beraten“, sagte Heiko Tadge (CDU). Rolf Rösemeier-Tietjen (Grüne) stimmte zu: „Damit müssen sich alle Ratsmitglieder befassen.“ Jürgen Burdorf (WIR) forderte darüber hinaus, auch die Bürger in geeigneter Weise mit einzubeziehen.

Bürgerversammlung geplant

 Der Ausschuss beschloss, am 7. November eine weitere Bürgerversammlung zu veranstalten, auf der die skizzierten Optionen erläutert und die Teilnehmer zu Reaktionen eingeladen werden. Schon vorher und vor allem daran anschließend sollen die Fraktionen beraten, welche grundlegende Linie eingeschlagen werden soll. „Eine Entscheidung sollte dann möglichst zeitnah fallen“, proklamierte Ausschussvorsitzende Ute Hartmann-Höhnke (SPD).

 Nach derzeitigem Stand der Stadtverwaltung sollen die aus der Grundsatzentscheidung resultierenden Planungen im Jahr 2018 erledigt werden. Mit einem Beginn der mehrjährigen Bauphase ist demnach für 2019 zu rechnen. ssr

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