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Rettungsmedaillen für zwei Stadthäger

Selbstloser Einsatz Rettungsmedaillen für zwei Stadthäger

Sie haben einen Mann unter Einsatz ihres eigenen Lebens aus seiner brennenden Wohnung gerettet. Jetzt sind die Stadthäger Ciro Miotti und Dejan Kajtazi dafür mit der Niedersächsischen Rettungsmedaille ausgezeichnet worden. Diese seltene Ehrung ist zum ersten Mal Bürgern in Schaumburg zuteil geworden.

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Für eine außergewöhnliche Rettungstat geehrt: Dejan Kajtazi (links) und Ciro Miotti.

Quelle: SSR

STADTHAGEN. Es war im vergangenen Februar beim Brand im oberen Geschoss des Gebäudekomplexes der Marktpassage. Miotti, der Betreiber eines Eiscafés im Erdgeschoss, registrierte an jenem Morgen zusammen mit seinem Freund Kajtazi, der nebenan im Geschäft Schuhpark arbeitet, dass ein gemeinsamer Bekannter, der seine Wohnung im Obergeschoss hat, nicht wie zu dieser Stunde gewohnt im Café saß. Da war das Feuer schon in vollem Gange. „Mir war völlig klar, dass er noch oben in seiner Wohnung sein musste“, erzählt Miotti.

Einfach losgelaufen

 Da lief Kajtazi auch schon hoch. „Ich habe gar nicht nachgedacht, bin einfach losgelaufen“, erinnert er sich. Nachdem Miotti erst noch vergeblich versucht hatte, den Bekannten per Telefon zu erreichen, rannte auch er schnell nach oben. „In dem Moment habe ich keine Gefahr gespürt“, sagt er, „ich wollte einfach nur unseren Bekannten da lebend rauskriegen.“

 Das Treppenhaus war zu diesem Zeitpunkt bereits in Teilen verqualmt. Den Bekannten sahen sie vor seiner Wohnungstür liegen, in der Wohnung hinter ihm war dichter Rauch zu sehen.„Er war bei Bewusstsein, aber nicht ansprechbar“, berichtet Miotti. Entschlossen packten die beiden Männer den Hilflosen und trugen ihn die Treppe hinunter, raus auf den Marktplatz zu einem Arzt. Der Mann überlebte.

Panik im Qualm

 „In dem Qualm bekam ich es einen Moment lang schon mit Panik zu tun“, räumt Kajtazi ein: „Der Impuls zu handeln war aber dann sofort wieder stärker.“ Miotti ergänzt: „Erst im Nachhinein, als der Adrenalinspiegel wieder gesunken war, wurde mir klar, dass es für uns hätte richtig gefährlich werden können.“

 Bei der Ehrung zu Beginn der jüngsten Ratssitzung würdigte Bürgermeister Oliver Theiß: „Es ist eine ganz besondere Tat, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, um ein anderes Leben zu retten.“ Und zwar nicht das eines nahen Familienangehörigen, fuhr Theiß fort, sondern das eines Bekannten. Miotti und Kajtazi seien während des Brandes nach oben gelaufen, weil sie ganz sicher gewesen seien, dass ihr Bekannter in höchster Gefahr war, „obwohl etliche Umstehende versucht haben, sie davon abzuhalten“. Diese Warnungen hätten die Beiden „mutig weggewischt“. Es sei „eine hervorragende Tat, solchen Mut zu beweisen“, sagte der Bürgermeister: „Die Stadt kann stolz sein, solche Bürger in ihren Reihen zu wissen.“

Gelebte Zivilcourage

 Die Anregung, dass die Stadt beim Land die Auszeichnung der beiden Männern mit der Rettungsmedaille beantragt, war von der Polizei ausgegangen. Der Stadthäger Kommissariatschef Wolfgang Kannegießer lobte bei der Verleihung, die Tat sei „gelebte Zivilcourage“ gewesen: „Die beiden Männer haben in hoch anerkennenswerter Weise gehandelt.“ Sie seien nicht wie etwa Feuerwehrleute in Menschenrettung ausgebildet, hätten trotzdem entschlossen gehandelt. „Das ist großartig“, befand Kannegießer.

 Die Medaillen bekamen die beiden Männer unter langanhaltendem Beifall der Ratsmitglieder von der Ratsvorsitzenden Kerstin Blome-Soontiens überreicht. ssr

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