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Richard Strauss – „der letzte Romantiker“

Verein Kultur Stadthagen Richard Strauss – „der letzte Romantiker“

Mit einer literarischen Veranstaltung hat der Verein Kultur Stadthagen im Kaminsaal die aktuelle Saison beendet. Eingeladen war die in München und Wien lebende Schauspielerin und Sängerin Jovita Dermota, die neben ihrer Bühnentätigkeit einem literarisch interessierten Publikum auch durch ihre Soloveranstaltungen, in denen sie ausgewählte Persönlichkeiten der Kunst- und Kulturgeschichte vorstellt, bekannt ist.

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Jovita Dermota führt ihre Zuhörer im Kaminsaal des Schlosses in die Welt von Richard Strauss.

Quelle: pr

STADTHAGEN. An diesem Abend drehte sich alles um den Komponisten und Dirigenten Richard Strauss, den „letzten Romantiker“, um seine künstlerische Bedeutung in der Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert, seine Einbindung und Rolle in der damaligen Musikwelt und speziell um seine Verbindung zur Familie Wagner nach dem Tode Richard Wagners. Auch Richard Strauss Verbindungen zu Hugo von Hoffmannsthal und Stefan Zweig, deren Texte er in einem nicht unwesentlichen Teil seiner Opern- und Liedkompositionen musikalisch umsetzte, wurde viel Raum gegeben.

Mit geschickt miteinander verwobenen und gegenübergestellten Passagen aus Briefen zwischen den Genannten gelang es Dermota, bei den Zuhörern ein Gespür für die menschlichen Verbindungen, die Bedeutung des Wagner´schen Werkes für Richard Strauss, aber auch die Erwartungshaltung Cosima Wagners an Strauss als gewünschten Bewahrer der „reinen“ Kunst und die allmähliche Loslösung des Künstlers von diesen Erwartugen zu verdeutlichen. Und dieses gelang insbesondere durch die spezielle, von Dermota als Collage bezeichnete Form womöglich eindrücklicher, als es mit anderen stilistischen oder literarischen Mitteln möglich gewesen wäre.

Nicht lösbare Zerissenheit

Auch die schwierige Situation als Künstler und Komponist unter dem nationalsozialistischen Druck – wieder eine im Grunde nicht lösbare Zerrissenheit zwischen Anerkennung und Erwartung mit all ihren Ambivalenzen (Zweig war jüdischer Herkunft) - wurde gerade im letzten, „Die Nacht“ genannten, Teil der in drei Abschnitte gegliederten Lesung sehr eindrücklich verdeutlicht. Eine besondere Beigabe war das abschließende historische Tondokument, dass den Vater Dermotas, den seinerzeit bedeutenden und in der Musikwelt hoch anerkannten Sänger Anton Dermota, in einer Aufnahme mit Richard Strauss und dessen Lied „Die Nacht“ zu Gehör brachte.

Die kommende Saison des Kulturvereins ist bereits in Planung. Los geht es im kommenden Herbst. r

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