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Rotraud Becker verlässt Schule am Schlosspark

Abschied nach 40 Jahren Rotraud Becker verlässt Schule am Schlosspark

Zehn Jahre hat Rotraud Becker die Geschicke der Schule am Schlosspark geleitet, nun tritt die bisherige Leiterin der Realschule Nienburg, Britta Liebelt, an ihre Stelle. Mit dem Schuljahr 2015/2016 endet Beckers Ära an der Stadthäger Oberschule.

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Rotraud Becker hat die Schule am Schlosspark geprägt.

Quelle: pr.

Stadthagen. „Ich hoffe sehr, dass die gute Lernatmosphäre weiterhin bestehen bleibt“, sagt Becker. Bis dahin war es ein weiter Weg. Insgesamt 40 Jahre begleitete die Pädagogin die Entwicklung der Schule und half, den Wandel von der Realschule zur Oberschule zu gestalten.

„Wir haben unsere Schüler schon zwei Jahre kooperativ unterrichtet, bevor die Schule offiziell vor fünf Jahren zur Oberschule wurde“, erinnert sich Becker. Ausgangspunkt war, dass immer mehr Realschüler an Gymnasien und Gesamtschulen abwanderten. Mit einer Steuerungsgruppe half Becker damals, das neue Modell zu entwickeln, das auch Eingang ins Landesschulgesetz fand.
Die Schulleiterin schätzt auch das inklusive Angebot, das sie in ihrer Dienstzeit etablieren konnte, hätte aber gerne mehr Kräfte eingesetzt, um förderungsbedürftige Kinder zu integrieren, wie sie betont. „Förderlehrkräfte stehen uns dreieinhalb Wochenstunden pro Inklusionsschüler zur Verfügung, eigentlich brauchen wir aber die doppelte Stundenzahl“, meint Becker.

Sie hält die gemischten Klassen für eine Bereicherung, denn die „normalen“ Schüler würden lernen, Rücksicht zu nehmen und gegenseitig Hilfe zu leisten. Zufrieden blickt die Rektorin auf die besonders hohe Sozialkompetenz ihrer Zöglinge zurück, die Schulinspektoren erst im Februar wieder bescheinigten.

Nicht so gern erinnert sich Becker an die beinahe ritualisierte Gewalt türkischstämmiger Schüler vor etwa 14 Jahren. Die Geschehnisse machten damals auch überregional Schlagzeilen: Wer an der Schule Geburtstag hatte, lief Gefahr, allein deshalb verprügelt zu werden. Doch auch hier reagierte die Schulleitung ebenso konsequent wie erfolgreich: So half etwa die Kooperation mit der örtlichen islamischen Gemeinde dabei, die Situation zu stabilisieren.

„Wir bemühen uns ab der fünften Klasse mit unseren Bausteinen zur Förderung der Sozialkompetenz und vielen weiteren Programmen bis zur zehnten Klasse um das soziale Bewusstsein unserer Schüler“, resümiert Becker. Im Schulalltag sei sie immer darauf bedacht gewesen, Konflikte zur allseitigen Zufriedenheit zu regeln. Auch stets die juristischen Anforderungen an Entscheidungen zu erfüllen, verlangte Becker – von Natur aus kein Aktenmensch – eine besondere Sorgfalt ab.

Versäumnisse beobachtet sie dagegen zunehmend bei den Eltern. Grundlegende Erziehung finde vielfach kaum noch statt, bedauert sie. „Manche Eltern achten nicht darauf, ob ihr Kind pünktlich kommt, alle Bücher dabei hat oder sogar ganz wegbleibt“, hat die Pädagogin beobachtet. Kontakt zu Eltern zu finden, sei schwerer geworden.

Das Unterrichten ließ sich die Englisch- und Sportlehrerin bis zuletzt nicht nehmen, wenngleich in den vergangenen zwei Jahren meist nur noch als Vertretung. In die kräftezehrende Schulleitungsarbeit sollen sich nun jüngere Kollegen einbringen. Die Pensionärin will sich als Großmutter ihrer Familie widmen, sich um den Garten kümmern, Sport treiben und sich eventuell einem Ehrenamt zuwenden.  geb

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