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Rottfrau statt Schmierweib

Stadthagen / Frauenrott gefordert Rottfrau statt Schmierweib

„Die Zeit ist reif für ein Frauenrott beim Schützenfest Stadthagen“ – das sieht zumindest die Stadthägerin Simone Mensching (38) so, die nun die Initiative ergriffen hat und auf der Suche nach Gleichgesinnten ist.

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Quelle: pr.

Von Martina Koch

Stadthagen. Ihre am Wochenende ins Leben gerufene Facebook-Gruppe hat bereits 36 Mitglieder. „Dort wird bereits eifrig diskutiert, und es gibt sowohl Befürworter als auch Gegner dieser Idee“, sagt Mensching.

Ihr Anliegen teilte die Initiatorin bereits schriftlich in einem ausführlichen Brief an das Festkomitee für das historische Schützenfest Stadthagen mit. Tenor: Im 21. Jahrhundert sollte es Frauen genauso wie Männern möglich sein, als Rottgruppe das Stadthäger Schützenfest zu feiern.

Warum ihr dieses Anliegen so am Herzen liegt, begründet Mensching mit ihrer Verbundenheit zu Stadthagen. „Ich bin mit dem Schützenfest aufgewachsen, meine Familie ist aktiv dabei“, so die 38-Jährige. Als Kind habe sie es geliebt, das Rottschild mitzutragen und beim Kinderschützenfest mitzuschießen. Umso größer war die Enttäuschung, dass mit dem Erwachsenwerden die Teilnahmemöglichkeiten beim Schützenfest arg beschränkt wurden. „Warum gibt es überhaupt ein Kinderschützenfest, wo Mädchen erwünscht sind und sogar schießen dürfen, wenn es später nicht mehr möglich ist?“, fragt sich die Stadthägerin.

Ein Schmierweib möchte Sie nicht sein, wie sie klarstellt. „Andere Frauen machen das vielleicht gerne, ich möchte aber richtig dabei sein und mitschießen“, so Mensching.

Ein Blick auf die Geschichte des Schützenfestes zeigt, dass sich im Laufe der Jahre viel geändert hat: Beispielsweise durften die Jungen Bürger 1845 erstmals nach einem Gesuch der Stadt mitmarschieren. 1787 genehmigte Fürstin Juliane das Feiern des Schützenfestes, nachdem es 19 Jahre keines gab. „Wenn man es so will, haben wir es einer Frau mit zu verdanken, dass wir heute überhaupt noch feiern“, findet Mensching.

Einen kleinen Teilerfolg konnte sie bereits verbuchen: In der kommenden Woche wird das Festkomitee tagen und unter anderem auch über ein mögliches Frauenrott beratschlagen, wie Mensching erfahren hat.

Es wäre eine Revolution für das Stadthäger Schützenfest, neu ist die Idee eines Frauenrotts allerdings nicht, wie der ehemalige Hauptmann der zweiten Quartierschaft, Bernd Koller, betont. „Diese Forderung kehrt periodisch immer wieder“, so der DRK-Kreisvorsitzende. Koller selbst spricht sich gegen die Gründung eines Extra-Frauenrotts aus, hätte jedoch nichts dagegen, wenn die Frauen in die unterschiedlichen Rotts integriert würden. „So weit habe ich noch gar nicht zu denken gewagt“, gesteht Mensching, die auch diese Variante sehr begrüßen würde.

Es gibt jedoch auch einige Rottbrüder, die sich ein Frauenrott absolut gar nicht vorstellen können, wie Mensching aus persönlichen Gesprächen zu berichten weiß. Am vergangenen Sonnabend holte sie eigenen Angaben nach ihren Vater von einem Treffen der Schlachtschwertträger ab. Die Begegnung mit den anwesenden Rottbrüdern nutzte sie, um ihren Wunsch nach einem Frauenrott kundzutun. „Es waren eher die älteren Männer, die aufgeschlossen reagiert haben, die jüngeren Schützen waren absolut dagegen“, sagt Mensching.
Wer sich ebenfalls für die Gründung eines Frauenrotts interessiert, kann sich unter der Mobilnummer 01 60-4 41 86 87 mit Simone Mensching in Verbindung setzen. Die Facebook-Gruppe ist unter dem Titel „Ein Frauenrott beim Schützenfest Stadthagen!“ zu finden.

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