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SPD schmettert Neubau ab

Schlossgarten-Café SPD schmettert Neubau ab

Nach Freibad, Wilhelm-Busch-Tagen und Zehntscheune hat Stadthagen das nächste Politikum. Beim Thema Wiederherstellung des Schlossgarten-Cafés flogen in der jüngsten Ratssitzung die Fetzen. Bürgermeister Oliver Theiß und die CDU scheiterten mit 400 000-Euro-Vorschlag für einen aufwendigen Neubau.

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Das neue Schlossgarten-Café, wie Verwaltung und CDU es sich gewünscht hätten, in einer Skizze des Helpser Architekten Gehard Köster.

Stadthagen. „Unfassbar“ raunte es in den Reihen der CDU, als die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen sich schließlich durchsetzte. Darum ging es: Von ursprünglich fünf Varianten, das vor mehr als einem Jahr abgebrannte Café wieder auf Vordermann zu bringen, waren zwei geblieben. Eine sieht den Erhalt des Grundrisses mit Aufwertungen wie einem Zinkdach vor. Sie kostet laut Vorlage rund 140 000 Euro.

Die andere Möglichkeit beinhaltet einen aufwendigen Neubau und schlüge mit mehr als 400 000 Euro zu Buche. Der Helpser Architekt Gerhard Köster gab sich als Anhänger dieser Variante zu erkennen. Auch Bürgermeister Oliver Theiß und die CDU-Fraktion sprachen sich klar dafür aus.

Verbaler Schlagabtausch

Nach Kösters Ausführungen begann ein verbaler Schlagabtausch, der den Großteil der rund dreistündigen Sitzung beanspruchte. Mitunter blieb dabei die Contenance auf der Strecke. Als der CDU-Fraktionsvorsitzende Heiko Tadge in Richtung SPD fragte, was die Fraktion im vergangenen Jahr gemacht habe, schmetterte SPD-Ratsherr Thomas Pawlik zurück, das könne Tadge „sich ja mal selber fragen“.

Köster hatte im Wesentlichen argumentiert, die 400 000 Euro-Option sei „nachhaltig“, das Schlossgarten-Café müsste also mindestens eine Generation lang nicht mehr angegangen werden. Die Aufwertung für rund ein Drittel des Geldes bezeichnete er als „Billiglösung“ und „Schnellschuss“.

Interessant auch für jüngere Generationen

Kösters Entwurf sieht einen leicht versetzten modernen Block vor, der den Blick auf das historische Gebäude auf dem Wasser freigibt. Diese Architektur könnte laut Köster das Café auch für jüngere Generationen interessant machen und würde das Stadthäger Stadtbild aufwerten. Die Kosten seien bei einem Neubau zudem bekannt, während sie bei einer Sanierung in Abhängigkeit vom noch nicht bekannten Zustand der Bausubstanz schnell steigen könnten.

Dieser Einschätzung schlossen sich auch Bürgermeister und CDU an – und für die Grünen Maria Börger-Sukstorf, die damit aus der Fraktion ausscherte und sich bei der Abstimmung enthielt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jan-Philipp Beck verwies auf Kosten für Verkehrssicherheit, Infrastruktur und Kita-Ausbau. „Für uns ist das eine Frage der Prioritätensetzung“, sagte er. Die günstigere Variante sei finanziell machbar und orientiere sich an den Bedürfnissen der Bürger.

Häppchen streichen als Sparmaßnahme

WIR-Sprecher Richard Wilmers spitzte diese Erklärung zu. „Über was für lächerliche Beträge haben wir hier vor einem halben Jahr gesprochen“, sagte Wilmers. „Und jetzt sollen wir 400 000 Euro übrig haben.“ Bei den Haushaltsdebatten war unter anderem vorgeschlagen worden, als Sparmaßnahme die Häppchen für den Schützenfest-Empfang zu streichen.

Theiß verteidigte den Neubau, wegen der Pachteinnahmen liege die Finanzierungslücke bei nur 70 000 Euro. „Natürlich besteht trotzdem das Risiko, dass die Pacht irgendwann ausfällt“, sagte Theiß. Er gehe aber davon aus, „dass sich ein modernes Ensemble mit einem guten Konzept über Jahre betreiben lässt“.

Hörbar aufgebracht bemerkte der Bürgermeister außerdem: „Zuerst wurde immer, gefragt, warum wir die Gelegenheit nicht nutzen, um die Bausünden der Vergangenheit zu beseitigen.“ Kurz aufbrandender Applaus von rechts, aus Richtung CDU. Genutzt hat es gegen die Stimmen der Mehrheitsfraktion nichts. Die Bauarbeiten könnten nach Angaben von Köster im Spätsommer beginnen. jcp

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