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Sanierung von Fassaden erlebt Renaissance

Stadthagen Sanierung von Fassaden erlebt Renaissance

Eine Art Renaissance erleben in Stadthagen in jüngerer Zeit Fassadensanierungen, die von der Stadt finanziell gefördert werden. Nachdem das Programm zuvor jahrelang stillgelegen hatte, flossen seit 2008 insgesamt rund 220000 Euro Fördergeld an etwa 20 private Hausbesitzer.

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Soll im Jahr 2012 drankommen: das geschäftsfhaus an der Niedernstraße.

Stadthagen (ssr). Die Stadt investiert Steuergeld für schönere Fassaden „im Interesse der Erhaltung des Stadtbildes“, wie Pressesprecherin Bettina Burger verdeutlicht (siehe Kasten). Während die Subventionierung in den Achtziger Jahren strikt auf die Altstadt beschränkt war, können seit 2008 auch Gebäude außerhalb der Wallanlagen bezuschusst werden, wenn sie „Denkmalcharakter“ und eine hervorgehobene städtebauliche Bedeutung haben. Aktuellstes Beispiel ist das Wohnhaus an der Bahnhofsstraße47, das in den vergangenen Wochen energieeffiziente Fenster in historischem Baustil des späten 19. Jahrhunderts erhalten hat.

Warum der Bedarf an diesem Förderprogramm neuerdings wieder zunimmt, erklärt Karl-Heinz Wittenberg, im städtischen Bauamt für Denkmalschutz und Bauordnung zuständig. Die großangelegte Altstadtsanierung habe sich in der Zeit von 1975 bis etwa 1990 abgespielt. „Nach 20 bis 30 Jahren fällt bei der Bausubstanz also wieder Renovierungsbedarf an.“
Doch nicht nur das: „Die aktuell sehr niedrigen Zinsen stellen einen Anreiz dar“, weiß Wittenberg. Zudem fänden speziell in der Altstadt derzeit etliche Eigentümer-Wechsel statt, die oft auch Renovierungsinvestitionen nach sich zögen. Einen Förderschwerpunkt stelle seit 2008 die nördliche Altstadt dar, berichtete der Experte.

Die Stadt befördere dies zusätzlich, erläutert Burger, „weil wir die örtliche Konjunktur für Handwerksbetriebe unterstützen und, wenn vorhanden, löbliche Initiative von Immobilienbesitzern befeuern wollen“.

Für das Jahr 2012 stehen 50000 Euro für diesen Posten im städtischen Haushalt. Nach Auskunft von Wittenberg werden dabei je ein Gebäude an der Obern- und der Niedernstraße im Mittelpunkt stehen. In beiden Fällen soll der Putz abgeschlagen werden, so dass darunter das historische Fachwerk wieder zutage tritt, welches es anschließend fachkundig zu renovieren gelte.

Das städtische Bauamt übernimmt durchaus auch Beratungsaufgaben, insbesondere was den Denkmalschutz angehe, ergänzte Wittenberg.

Wer kann Geld bekommen?

Die Kernpunkte der Fassaden-Richtlinie:

Förderungsfähig sind „nur Pflege- und Verschönerungsarbeiten an Fassaden, die an öffentlichen Straßen, Plätzen, Durchgängen und Innenhöfen liegen, die allgemein zugänglich und einsehbar sind“. Zuschüsse erhalten können ausschließlich private Investoren.

Die Höhe der Förderung kann bis zu 30 Prozent der Kosten, höchstens aber 15000 Euro pro Fassade, betragen. Die konkrete Höhe wird im Einzelfall aufgrund „der Wertigkeit und der Lage“ der Fassade bemessen.Gefördert werden unter anderem Arbeiten wie Fassadenanstrich, Ersetzen baulicher Schmuckglieder wie etwa Stuck, Tischlerarbeiten an Fenstern und Pforten, Sanierung von Fachwerk und Dachdeckerarbeiten. ssr

„Das ist schon Geld“

• Die Förderung durch die Stadt spielt beim Investitionsentschluss schon eine Rolle“, sagt Stefan Ammon. Der Besitzer des repräsentativen Gebäudes an der Ecke Krumme Straße/Am Nordwall hat die dortige Fassade 2011 saniert. 20 Prozent der Investitionskosten, das waren etwa etwa 3000 Euro, hat er als Zuschuss bekommen. „Das ist schon Geld“, sagt der Privatinvestor, „das hilft zu sagen, ich schiebe die Sache nicht vor mir her sondern mache es zeitnah.“ Eine schöne Fassade erhöhe „die Wertigkeit einer Immobilie und deren Marktwert erheblich“, so Ammon. Das übertrage sich – und darin liege das städtische Interesse – im Idealfall auf das ganze Stadtquartier. ssr

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