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Schaumburger Brauerei: Motivation am Ende

Mitarbeiter bereits auf Jobsuche Schaumburger Brauerei: Motivation am Ende

Das Schicksal der Schaumburger Brauerei stellt sich in immer düsteren Farben dar: Noch sind zwar knapp drei Wochen Zeit, bis die Phase der vorläufigen Insolvenz abläuft – doch es scheint alles darauf hinzudeuten, dass der Betrieb dann stillgelegt wird.

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Auch bei Getränke Damke ist der Rückgang der Abnehmer des Schaumburger Bieres spürbar.

Stadthagen. „Ich habe keine großen Hoffnungen mehr, einen Übernehmer für die von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Schaumburger Private Braumanufaktur GmbH zu finden“, sagte Insolvenzverwalter Matthias Lehmann (Minden) gestern auf Anfrage. Er fügte hinzu: „Alle Zeichen stehen auf Abwicklung.“ Esmache absolut keinen Spaß, eine solche Analyse vorzunehmen, aber: „Es hat ja keinen Zweck, man muss den Dingen in die Augen sehen.“

Lehmann betonte, er greife weiterhin jede Möglichkeit auf, einen Kaufinteressenten zu finden. „Wir dürfen nichts unversucht lassen, die Kurve wider Erwarten doch noch zu kriegen.“ Gestern hat Lehmann nach eigenem Bekunden mit einem weiteren potenziellen Investor Kontakt aufgenommen.

Es habe in den vergangenen Monaten mehrere Kaufinteressenten gegeben, berichtete der Insolvenzverwalter. Jedes Mal habe es Gespräche mit Friedrich-Wilhelm Lambrecht, dem Inhaber der von der Insolvenz nicht betroffenen Brauerei Lambrecht GmbH & Co. KG gegeben. Denn dieser verfüge mit der KG über die Immobilien, das Anlagevermögen und die Lizenzen an der Marke „Schaumburger“. Lehmann dazu: „Herr Lambrecht hat die Sache in der Hand, ich kann über die Brauerei per se nicht entscheiden.“ Als Insolvenzverwalter der Braumanufaktur GmbH sei er lediglich für die Arbeitnehmer und einige Rohstoffe zuständig. Die Gespräche Lambrechts mit den potenziellen Kaufinteressenten hätten laut Lehmann nicht zu einem Abschluss geführt. „Offenbar haben jeweils der Kaufpreis oder das Konzept nicht in die Planung der KG gepasst“, erläuterte der Insolvenzverwalter.

Ende Januar läuft die Zahlung des Insolvenzausfallgeldes (siehe Kasten) aus. Nach Einschätzung von Lehmann wird dann, sollte sich bis dahin nicht noch überraschend ein Käufer gefunden haben, „wohl ein Insolvenzverfahren eröffnet“. In diesem Fall würde den Mitarbeitern relativ rasch gekündigt und der Betrieb stillgelegt.

 Bei den Mitarbeitern „ist die Motivation am Ende“, berichtete Betriebsratschef Fritz Sölter: „Wir sehen, dass es hier nicht weitergeht, für uns ist die Sache gelaufen.“ Alle Beschäftigten suchen sich laut Sölter bereits einen anderen Job. „Wir sind traurig, dass es diese Brauerei nicht mehr geben wird.“

Zumindest die Erzeugnisse des Unternehmens könnten noch über den Januar hinaus zu kaufen sein. „Ich biete es noch an, aber es finden sich kaum noch Abnehmer“, klagt etwa Dietmar Deidert, Marktleiter der Getränke Quelle Rinteln. Von einer weiteren Bestellung bei der Brauerei sieht er ab: „Zum Wegschmeißen ist es zu schade“, sagt Deidert.

Weniger düster gestaltet sich die Lage bei Getränke Damke mit Sitz in Nienstädt. „Wir vertreiben das Bier der Brauerei noch“, versichert Geschäftsführer Christian Damke. Leichte Einbrüche seien zwar zu spüren, aber diese seien „nicht so drastisch wie erwartet“. Damke hoffe, dass die Suche nach einer Lösung noch von Erfolg gekrönt ist – aber danach sieht es im Moment nicht aus.

ssr, js

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