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Schaumburger Brauerei gerettet

Nach drohender Pleite geht es ab September in neuer GmbH weiter Schaumburger Brauerei gerettet

Die Schaumburger können weiterhin mit „ihrem“ Bier anstoßen. Insolvenzverwalter Sascha Bibiha hat am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben: Die Zukunft des Unternehmens ist gesichert.

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Haben Grund zum Anstoßen: Insolvenzverwalter Sascha Bibiha (von links), Brauerei-Chef Friedrich-Wilhelm Lambrecht und Direktions-Assistentin Yvonne Permin. 

Quelle: jcp

Stadthagen.  Das gelte nicht nur für Marke und Produktionsstätte, sondern auch für die 14 verbliebenen Vollzeitarbeitsplätze.

Zum 31. August übernimmt die von Friedrich-Wilhelm Lambrecht neu gegründete Schaumburger Private Braumanufaktur GmbH die bisherige Schaumburger Privat-Brauerei GmbH. Streng genommen hat Lambrecht sich damit über den Insolvenzverwalter sein eigenes in Schieflage geratenes Unternehmen abgekauft. Über den Preis haben die beiden nach eigenen Angaben Stillschweigen vereinbart.

Inwieweit die strukturelle Aufspaltung der Brauerei beim Kauf zum Tragen kam, wollte Lambrecht nicht näher ausführen. Zur Erinnerung: Die Rechte an Marke und Rezepturen sowie die Immobilien gehören einer Lambrechtschen Kommanditgesellschaft, alles im Zusammenhang mit Personal läuft über die GmbH, für die der Geschäftsführer am 23. Juli 2013 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte.

Auch die Mitarbeiter sind nach Angaben von Insolvenzverwalter Bibiha von der gefundenen Lösung überzeugt. „Eigentlich hätte jede andere Alternative bedeutet, dass es bald keine Mitarbeiter mehr gibt“, erklärt der Rechtsanwalt. Zwar habe es Interessenten für die Übernahme gegeben, darunter ein „Fernsehbier“ und ein Investor, der für den chinesischen Markt brauen lassen wollte. Einige davon, so Bibiha, hätten sich irgendwann einfach nicht mehr zurückgemeldet. Andere seien am Absatz interessiert gewesen, aber nicht am Standort Stadthagen – die Arbeitsplätze wären futsch gewesen. Auch der Betriebsratsvorsitzende Friedrich-Wilhelm Sölter zeigte sich vom gefundenen Weg überzeugt: „Sanierungen werden zu oft auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen. Hier ist das ganz anders.“

Gekostet hat der Schlingerkurs trotzdem Arbeitsplätze: Ein Mitarbeiter ging in Frührente, der Fuhrpark mit drei Mitarbeitern wurde aufgelöst. Bibiha zufolge hätten sich für diese aber Chancen auf „neue, gleichgelagerte Arbeitsplätze“ bei den Vertriebspartnern der Brauerei ergeben. Vom konkreten Verbleib der Mitarbeiter wusste er in der Pressekonferenz aber nichts zu berichten.

Die Auflösung des Fuhrparks war Teil der strukturellen Veränderungen, mit denen sich die Brauerei nun auf zukunftsfähige Beine gestellt sieht. An dieser Stelle, sagt Lambrecht, „haben wir schlicht Geld verbrannt“. Kernkompetenz sei das Bierbrauen. „Logistik können andere besser.“ Außerdem, so Bibiha, seien viele Aufträge nicht profitabel gewesen. So habe es auch „99 unterschiedliche Preise für 100 Kunden“ gegeben. Von diesen Altlasten abgesehen habe eine Analyse aber klar gezeigt, „dass das Geschäftsmodell tragfähig ist“.

Lambrecht hat sich nach eigenen Angaben vor zwei Monaten dazu entschieden, die Geschäfte weiterzuführen. Eine Abwicklung des Unternehmens sei ihm zufolge ohnehin nie eine Option gewesen. Die Frage sei nur gewesen, mit wem an der Spitze es weitergeht.

Im Landkreis hatte die Brauerei nach Bekanntwerden ihrer Probleme eine Solidaritätswelle erfahren. Es gab Mahnwachen und Unterstützungsaufrufe in sozialen Medien. Bibiha führt die erfolgreiche Sanierung nicht zuletzt auf „eine besonders enge Kooperation zwischen Kunden, Lieferanten und Geschäftspartnern“ zurück.

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