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„Schaumburger“ – der Name bleibt

Getränke Damke sichert sich Rechte „Schaumburger“ – der Name bleibt

Überraschende Entwicklung im Fall der insolventen Schaumburger Brauerei: Um zu verhindern, dass die Traditionsmarke in Kürze ganz von der Bildfläche verschwindet, haben sich die Nienstädter Getränkegroßhändler Hans-Harm und Christian Damke die Nutzungsrechte an dem Biernamen gesichert.

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Auch wenn die Brauerei in Stadthagen abgewickelt werden sollte, wird es weiterhin „Schaumburger“ geben. 

Quelle: rg

Sie wollen das „Schaumburger“ künftig bei einer Brauerei im Sauerland herstellen und abfüllen lassen und unter eigener Regie verkaufen.

Vater und Sohn Damke hatten während der ersten Insolvenzphase bereits den Vertrieb des Schaumburger Bieres von der angeschlagenen Brauerei übernommen. Mit deren Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Lambrecht haben sie sich nun eigenen Angaben zufolge vertraglich darauf verständigt, die Namensrechte an den Bierbezeichnungen nutzen zu dürfen, was aber nicht gleichbedeutend mit einem Erwerb der Marke ist.

Wie berichtet, befinden sich die Markenrechte zusammen mit Immobilien und Anlagevermögen unter dem Dach der Brauerei Lambrecht GmbH & Co KG, die selbst nicht von der Insolvenz betroffen ist. Anders als die Schaumburger Private Braumanufaktur GmbH, die im Wesentlichen nur das Personal umfasst. Beide Firmen gehören der Familie Lambrecht.

Der isolierte Verkauf der insolventen GmbH gilt nach Ansicht von Fachleuten als nahezu aussichtsloses Unterfangen. Ohne das KG-Vermögen sei die Brauerei praktisch wertlos, heißt es. Eine Veräußerung dieses Unternehmensteils – Interessenten gab es einige – ist bislang aber an Lambrecht beziehungsweise dessen Preisvorstellungen gescheitert. Insolvenzverwalter Matthias Lehmann geht deshalb davon aus, den Betrieb Ende Januar abschließen zu müssen.

Brauen lassen wollen die Damkes das Bier deshalb künftig bei der Gräflich zu Stolberg’schen Brauerei zu Westheim, einem 150 Jahre alten Unternehmen, das sich wie die Schaumburger Brauerei in Familienbesitz befindet.

Die Westheimer Brauerei hatte zuletzt bereits das Abfüllen des Schaumburger Bieres als Lohnunternehmen übernommen (SN berichteten). „Ähnlich wie in Schaumburg wird dort handwerklich und mit hochwertigen Zutaten gebraut“, betont Christian Damke. Damit und durch gleich bleibende Rezepturen sei gewährleistet, dass das Schaumburger Bier geschmacklich unverändert und in hoher Qualität dem Markt erhalten bleibe.

Weil der Brauort damit aber unbestritten nicht mehr in Stadthagen liegt, müssen Damke zufolge neu gestaltete Etiketten die Flaschen schmücken. Die Bezeichnungen „Schaumburger Brauerei“ und „Stadthagen“ werden darauf nicht mehr zu finden sein, wohl aber die vertrauten Sorten-Namen.

Für ihr neues Geschäftsfeld haben Hans-Harm und Christian Damke eigens eine Firma gegründet: die Schaumburger Getränkelogistik-Gesellschaft. Sie soll unabhängig von ihrem alteingesessenen Getränkefachgroßhandel bestehen.

Mit ihrem Schachzug hoffen die beiden heimischen Unternehmer, ihre gewerblichen und privaten Kunden bei der Stange zu halten und gleichzeitig ein Stück Schaumburger Identität bewahren zu können. Bei ersten Gesprächen seien die Reaktionen überwiegend positiv gewesen, berichten die Familienunternehmer.

Ihnen ist aber bewusst, dass sie noch sehr viel Überzeugungsarbeit werden leisten müssen – insbesondere, weil der Ruf der Schaumburger Brauerei zuletzt arg gelitten hat. Viele Gastronomen und Vereine haben sich bereits nach einem anderen Bier umgeschaut beziehungsweise zum Ausdruck gebracht, dass ein nicht in der Region gebrautes Schaumburger für sie inakzeptabel ist.

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