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Schläger muss zurück ins Gefängnis

Nase gebrochen Schläger muss zurück ins Gefängnis

Lange hat ein Stadthäger (40) nicht gebraucht, um wieder straffällig zu werden: Etwa einen Monat nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis verprügelte er einen Mann auf der Straße so brutal, dass das Opfer neben diversen Schürfwunden im Gesicht einen Bruch des Nasenbeins erlitt.

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Quelle: Symbolfoto

Stadthagen. Von der Justiz bekommt der Täter dafür Nachschlag. In einem Prozess um Körperverletzung hat das Amtsgericht in Stadthagen den Angeklagten jetzt zu 19 Monaten Haft verurteilt. Bewährung? Kein Thema.

„Alles unter einem Jahr wäre bei diesen Verletzungen völlig indiskutabel“, erklärte Richter Kai Oliver Stumpe. Um die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe in dieser Größenordnung noch aussetzen zu können, muss der Delinquent schon besondere Umstände vorweisen, zum Beispiel ein Geständnis. Davon kann in diesem Fall keine Rede sein. Stumpe hält den Mann, auf dessen Konto 23 Vorstrafen gehen, überdies für gefährlich, eine Wiederholung für nicht unwahrscheinlich. „Ich sehe die Gefahr einer ähnlichen Tat“, so der Richter.

Nicht nachweisen ließ sich, dass der Schläger sich auf den Rücken seines bereits am Boden liegenden Opfers (34) gekniet hat, um dessen Gesicht mehrfach über die Pflastersteine zu ziehen. So steht es in der Anklageschrift, verlesen von Staatsanwalt Günter Wilkening. Auch ein Totschläger war wohl nicht im Spiel. Das wäre gefährliche Körperverletzung gewesen und härter bestraft worden.

Der Verletzte konnte wenig zur Aufklärung beitragen. Weil der Diabeteskranke zur Tatzeit an starker Überzuckerung litt, hatte er anschließend große Erinnerungslücken. Hinzu kommt: Am Tatort, dem Bürgersteig vor einem Café an der unteren Niedernstraße, hatte ein Zeuge mutmaßlich ganze Arbeit geleistet, indem er das Blut vom Pflaster und einem Fenster abwusch.

Es muss ein vollkommen einseitiger Kampf gewesen sein, denn der Sieger hatte am Ende überhaupt keine Blessuren. Tatzeugen gibt es nicht. Nachdem der unterlegene Mann wieder auf die Beine gekommen war, hatte er eine mehrstündige Odyssee durch Stadthagen angetreten. Erst flüchtete der 34-Jährige vor der Polizei, wo er den Vorfall melden wollte, später auch aus dem Krankenhaus, bevor er über Felder irrte.

Vor Gericht hatte der Angeklagte beteuert, der andere Mann habe ihn im Streit am Kragen gepackt und geschüttelt. Er selbst will lediglich einmal mit der flachen Hand zugeschlagen haben, um den Angriff abzuwehren. Nachdem der 34-Jährige zu Boden gestürzt sei, will er diesen festgehalten haben. Danach soll der Unterlegene weggelaufen sein.

Fest steht, dass es im Café zu einem nächtlichen Streit zwischen beiden Männern gekommen ist, der gegen 3 Uhr auf dem Bürgersteig weiterging und dort mit Fäusten ausgetragen wurde. Sicher ist außerdem, dass viel Alkohol im Spiel war.

Verteidiger Thorsten Bittner hatte auf Freispruch plädiert, weil Notwehr nicht auszuschließen sei, Staatsanwalt Günter Wilkening eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten beantragt. Das Urteil kann noch angefochten werden. Zuletzt war der Angeklagte übrigens im Knast, weil er einer Frau nachgestellt hatte.  ly

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