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Die Maikatzen kommen Schlag auf Schlag

Gut zu tun haben die Mitarbeiter im Tierheim Stadthagen eigentlich immer. Doch jetzt nimmt die Arbeit noch einmal zu: Die Maikatzen sorgen wie schon in den vergangenen Jahren im Sommer für Platzprobleme. „Es kommt hier so langsam in Fahrt“, sagt Kerstin Kassner, Leiterin des Tierheims.

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Die Maikatzen halten die Mitarbeiter des Tierheims Stadthagen wohl auch in diesem Sommer auf Trab.

Quelle: Symbolfoto (Archiv: mak)

STADTHAGEN. Wohlwissend, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärfen wird. „Auf einmal geht es dann Schlag auf Schlag“, sagt Kassner. In den vergangenen Jahren sei die Katzenschwemme gravierend gewesen. Und das habe einen entscheidenden Grund: Die Tierheimleiterin ärgert sich über die Katzenbesitzer, die ihr Tier nicht kastrieren lassen, obwohl in den meisten Gemeinden mittlerweile eine solche Pflicht bestehe. Die Samtgemeinden Nienstädt und Sachsenhagen hätten allerdings noch keine Kastrationspflicht eingeführt –aus Kassners Sicht nicht verständlich.

Krankheiten werden verschleppt

Sie halte es für sinnvoll, dass die Gemeinden an einem Strang ziehen. Lindhorst habe sich beispielsweise kürzlich für die Kastrationspflicht bei Katzen entschieden. Wenn die Katzen Freigang hätten, sei der Eingriff besonders sinnvoll. Sonst entstehen folgende Probleme, hat sie festgestellt: Auf der einen Seite vermehren sich die Tiere zu stark. Auf der anderen Seite würden viele Krankheiten verschleppt. Diese müssten im Tierheim in Quarantäneboxen auskuriert werden. Besonders die Bauchwassersucht, sogenanntes Katzenaids und Katzenschnupfen setze den Tieren zu. Außerdem hätten viele Katzen Würmer. „Die leiden doch fürchterlich“, so die Leiterin. Eine Kastration sei eine einmalige Sache und koste bei einem Kater um die 60 Euro, bei einer Katze etwa 120 Euro. Natürlich gehe fast jedem Menschen beim Anblick eines Babykätzchens das Herz auf, aber es seien einfach zu viele.

Drei Würfe pro Jahr nicht selten

Das Tierheim in Stadthagen habe lediglich für 30 Katzen Platz, teilt Kassner mit. In Hochzeiten bekomme sie jedoch so viele Anfragen, dass sie 100 Katzen aufnehmen müsste. Mittlerweile seien drei Würfe pro Jahr nicht selten. Allerdings sei die Liste der Menschen, die sich für ein Maikätzchen interessieren ebenfalls lang, sodass viele von ihnen schnell ein neues Zuhause finden. Für eine Fund-Katze erhält das Tierheim das nötige Geld von den Gemeinden – allerdings nur für 30 Tage. Das sei jedoch zu kurz, sagt Kassner. Einige Katzen seien deutlich länger dort, vor allem wenn sie krank oder scheu sind. Hinzu kämen dann häufig noch Kosten für Medikamente und den Tierarzt.

„Wer sich eine Katze anschafft, sollte immer daran denken, dass sie auch Geld kostet“, warnt Kassner eindringlich. Viele Katzenhalten könnten teilweise die Tierarztrechnungen nicht bezahlen und setzten die Katzen stattdessen einfach aus. Für echte Katzenliebhaber sei es am besten, sein Tier mit einem Chip oder Tattoo auszustatten, um sie zu registrieren. Dann könnten sie meist schnell wiedergefunden werden.  jemi

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