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Schmale Lösung fraglich

Ahornallee: Land stellt Bedingung für Mitfinanzierung Schmale Lösung fraglich

„Ich habe zum Thema Ahornallee eine sehr traurige Neuigkeit mitzuteilen.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) am Donnerstagabend die Mitglieder des Bau- sowie des Umweltausschusses gleich zu Beginn der gemeinsamen Sitzung völlig überrascht. Kern der Botschaft: Die zuständige Landesbehörde will keine Ausbauvariante finanziell fördern, die eine Fahrbahnbreite von weniger als 6,50 Meter vorsieht. Das hat die Behörde nach Auskunft von Theiß am Mittwoch auf Anfrage der Verwaltung schriftlich mitgeteilt.

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Stadthagen. Damit wären sowohl der Vorschlag der rot-grünen Mehrheitsgruppe als auch jener der CDU, die beide auf den Erhalt der Ahorne abzielen, nur umsetzbar, wenn die Stadt sämtliche Kosten alleine schultert. Bei einer Fahrbahnbreite von 6,50 Metern hingegen, die wie bekannt vom Bauamt vorgeschlagen wird, müsste die Hälfte der Ahorne fallen.

 Die Förderfähigkeit ist aber von entscheidender Bedeutung, handelt es sich beim Landeszuschuss doch um einen Anteil von 50 Prozent. Konkret: Bei der Variante der CDU, die bei der jetzigen Fahrbahnbreite von 5,50 Metern bleiben und die Ahorne durch Leitplanken schützen will, würden sich die Mehrkosten bei Ausfall des Landeszuschusses auf 347000 Euro belaufen. Ähnlich dürfte die Sache beim erst vor drei Tagen eingereichten rot-grünen Vorschlag aussehen (maximal sechs Meter Fahrbahnbreite bei Schutz der Ahorne durch Hochborde). Dessen Kosten konnte die Verwaltung so schnell noch nicht beziffern.

 Was für Verblüffung sorgte: Noch Ende 2013 hatte nach Auskunft der Verwaltung dieselbe Sachbearbeiterin der Landesbehörde mündlich die Zusage gegeben, auch eine Fahrbahnbreite von 5,50 Metern sei förderfähig. Theiß mutmaßte, Anlass für den Sinneswandel könne eine zwischenzeitlich erfolgte Verkehrszählung sein. Diese habe einen sehr hohen Anteil an Lastwagenverkehr ergeben.

 Unter hörbarer Zustimmung aus den Fraktionen kündigte Theiß an, mit der Landesbehörde noch einmal Gespräche führen zu wollen. „Vielleicht können wir es ja erreichen, dass eine Kompromisslösung von etwa sechs Meter Breite akzeptiert wird“, führte er dazu aus. Der Bürgermeister formulierte das Ziel: „Wir müssen versuchen, den Erhalt der Ahorne und eine Förderfähigkeit miteinander zu verbinden.“

 Als „dubios“ beschrieb Siegfried Voigt (SPD) das Verhalten der Landesbehörde. Es sei eindeutig, dass bei einer Fahrbahnbreite von sechs Metern „ein Begegnungsverkehr von Lastwagen problemlos möglich ist“. Daher müsse das doch förderungswürdig sein, stellte Voigt in den Raum. „Wir stehen vor einer neuen Situation“, stöhnte CDU-Fraktionssprecher Heiko Tadge. „Die Förderfähigkeit ist nun einmal von entscheidender Bedeutung“, fügte Lothar Biege (FDP) hinzu.

 Sollte die Landesbehörde bei ihrer harten Haltung bleiben, könnte aus reinen Kostengründen der ursprüngliche Vorschlag des Bauamtes wieder an Argumentationskraft gewinnen. Stärker in den Blick geraten könnte aber auch das Modell von WIR/FDP. Deren Variante einer Paralleltrasse jenseits der Ahornallee ist zwar wesentlich teurer als alle anderen Modelle, wäre aber auf jeden Fall förderfähig und könnte deshalb günstiger kommen.

ssr

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