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Schmickler schont sein Publikum nicht

„Rettet das deutsche Hackfleischbällchen“ Schmickler schont sein Publikum nicht

Auch mit seinem siebten Programm „Das Letzte“ hat der Kabarettist Wilfried Schmickler sein Ziel, für gute Unterhaltung zu sorgen, weil es schon genügend „Gründe, für schlechte Laune gibt“, mal wieder erreicht. In die Muntermacherei streute der Leverkusener aber auch eine gehörige Portion Gesellschaftskritik mit ein.

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Kabarettist Wilfried Schmickler prangert in seinem neuen Programm „Das Letzte“ die Abgestumpften und Abgefallenen an.

Quelle: Foto: fwi

STADTHAGEN. Die rund 250 Zuschauer, die sich am Sonnabend in die Aula des Ratsgymnasiums begeben hatten, wurden von Schmickler nicht geschont. Um zu zeigen, wie sehr die Menschen heutzutage durch die Bilderflut im Fernsehen und der Presse abgestumpft seien, führte er sie vor. Dinge, die vor einigen Jahren noch berührt hätten, würden heute schweigend hingenommen.

 Doch noch viel schlimmer als die Abgestumpften seien die Abgefallenen – diejenigen, die nicht mehr an die Grundordnung glaubten und stattdessen Politikern („alle Verbrecher“), Medien („alle verlogen“) und Fremden („alle verdächtig“) misstrauten. Obwohl Schmickler ausgewiesener Merkel-Kritiker ist, zeigte er sich entsetzt über die Äußerungen, die sich die Bundeskanzlerin anlässlich der Einheitsfeierlichkeiten anhören musste. Wie wäre es denn mit einer „völkischen Inventur“, um die Fremdenhasser zu befriedigen?“. Also einfach alles, was nicht zu Deutschland gehört, aussortieren und abschieben. „Gehört der Köttbullar zu Deutschland? Rettet das deutsche Hackfleischbällchen – weg mit dem Köttbullar.“

In den Wolken bliebt nichts verborgen

 Aber auch das Internet und die Vernetzung der Dinge stehen im Fokus von „Das Letzte“. Der Kabarettist möchte keine Beziehung zwischen seinem Kühlschrank und dem Leuchter im Wohnzimmer – aus einem ganz pragmatischem Grund: „Eines Tages sind dann beide weg – durchgebrannt.“ In Anspielung auf das Lied von Reinhard Mey „Über den Wolken“ reimt Schmickler „bleibt heute in den Clouds nichts mehr verborgen“. Die wirkliche Welt verschwinde hinter der virtuellen „und die Menschen geben ihren Geist auf in einer Scheinwelt“. Durchbrochen hat er diese mit seinem Auftritt. Denn das „Letzte, was die Zukunft braucht, sind Frust und Verdruss“.  r

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