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Schöffengericht spricht Stadthäger frei

Zwei Kilo Drogen geschmuggelt? Schöffengericht spricht Stadthäger frei

Im Zweifel für den Angeklagten: Mit einem Freispruch zweiter Klasse ist vor dem Schöffengericht in Stadthagen ein Drogenprozess gegen einen 25-Jährigen zu Ende gegangen.

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Stadthagen (ly). Ursprünglich hatte Staatsanwalt Wilfried Stahlhut dem Stadthäger vorgeworfen, auf drei Touren in die Niederlande insgesamt fast zwei Kilo Drogen in den Landkreis geschmuggelt zu haben. Um genau zu sein: 1000 Gramm Marihuana und 800 Gramm Haschisch. In zwei weiteren Fällen sollte der junge Mann von einem anderen Dealer jeweils 20 Gramm gekauft haben.
Nachweisen lässt sich nichts von alledem. Am Ende plädierte selbst Stahlhut dafür, den Angeklagten freizusprechen – ebenso wie Verteidiger Alexander Berndt. „Häufig liegen wir nicht auf einer Wellenlänge, aber diesmal kann ich mich den Ausführungen des Herrn Staatsanwaltes anschließen“, meinte Berndt im Gefühl des sicheren Sieges. Im Fall einer Verurteilung hätte dem 25-Jährigen eine Freiheitsstrafe gedroht.
Belastet wird er von einem Aussteiger (27), der sich der Justiz als Kronzeuge zur Verfügung gestellt und dadurch Teile der Schaumburger Drogenszene in Aufruhr versetzt hat. In Untersuchungshaft, wo er zunächst selbst einsaß, hatte der frühere Rauschgifthändler den Ermittlern seitenlange Angaben zu Kunden und Kontakten geliefert. Zum Teil hat dies bereits zu Verurteilungen geführt. Nicht jedoch im jüngsten Verfahren. Nur vom Hörensagen berichtete der Kronzeuge über den angeblichen Drogenschmuggel. Einmal will er eine Platte Hasch gesehen haben.
In einer vorausgegangenen Vernehmung bei der Polizei hatte der Zeuge von drei Fahrten gesprochen. Vor Gericht sprach er plötzlich nur noch von einer. Erst auf Nachfragen wurden daraus wieder drei. Dafür will er auf einmal sogar 1000 Euro gesehen haben, bestimmt für die zweite Fahrt nach Holland. Bei der Polizei war davon keine Rede. Den Ort, wo er die Haschplatte gesehen haben will, brachte der Zeuge ebenso durcheinander wie die Zeit.
Richter Kai Oliver Stumpe sind diese Angaben „zu widersprüchlich und ungenau“. Aus Sicht von Staatsanwalt Stahlhut habe der Belastungszeuge auf Fragen, ob es auch anders gewesen sein könne, nach dem Motto geantwortet: „Suchen Sie sich was aus.“ Stahlhut: „Darauf kann man keinen Schuldspruch stützen.“ Der konkrete Tatnachweis sei nicht zu führen.
Andererseits: Der Angeklagte, vorbestraft wegen kleinerer Delikte und zumindest früher Angehöriger der Kifferszene, sei „nicht die Unschuld vom Lande“, wie es Richter Stumpe nannte. Den Kronzeugen bezeichnete Stumpe als „schwierige Persönlichkeit“ und fügte als Erklärung hinzu: „Das fußt zum Teil auf seinem massiven Drogenkonsum vor Jahren.“
Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten. Er gab lediglich zu, Drogen konsumiert zu haben, will aber nie in den Niederlanden gewesen – jedenfalls nicht zum Rauschgiftschmuggel. 

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