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Schokoriegel und Sozialschmarotzer

Anny Hartmann in der Alten Polizei Schokoriegel und Sozialschmarotzer

Sextourismus, Steuersünde, Scheinheiligkeit: Anny Hartmann hat mit moralisch erhobenem Zeigefinger, Witz, Tempo und klarer Positionierung interaktiv Ereignisse und (Macht-)Menschen des Jahres 2014 aufs Korn genommen.

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Mit viel Herzblut und Empörung hat Anny Hartmann Sonnabend das Jahr 2014 Revue passieren lassen.

Quelle: sk

Von Vera Skamira

Stadthagen. In der Alten Polizei parlierte die diplomierte Volkswirtin und Kabarettistin am Sonnabend vor voll besetztem Saal.

 „Wer betrügt, der fliegt.“ Hartmann wollte vom Publikum wissen, wer diesen Slogan im Themenkreis Asyl formuliert habe. „Die CSU!“ rief ein Mann und – Zack! – flog ein Schokoriegel von der Bühne ins Saaldunkel. Dieses Zitat-Ratespiel zog sich als Running Gag durch das Programm – bis der Schokoladenvorrat irgendwann aufgebraucht war.

 Nicht nur das Fragespiel erinnerte an einen launigen Elternabend mit Quizeinlage. Auch die Bühnenakteurin tat mit ihrem völlig unspektakulären Outfit aus Jeans und buntem T-Shirt, mit Normalfrisur ohne Pfiff und Spray ihr Übriges. Anny Hartmann machte sich eben keinen Schlitz ins Kleid und fühlte sich dennoch wunderbar - oder gerade deshalb.

 Exorbitant war ihr Informations- und Redefluss, echt ihre Empörung – und Hartmann empörte sich am laufenden Meter. Unter anderem über den Steuersünder und Ex-Präsidenten des FC Bayern, Uli Hoeneß. Den titulierte sie als „echten Sozialschmarotzer“, dem sie jegliche Reue absprach und mit einem eigenen Zitat konfrontierte: Schließlich sei er doch derjenige gewesen, der nach Christoph Daums Kokain-Geständnis gefordert habe „Kriminelle haben im Fußball nichts zu suchen.“

 Einen altbekannten Polit-Prominenten nahm Hartmann hingegen sogar ein wenig in Schutz – sicher nicht zum Gefallen vieler Zuhörer: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy, der im Februar wegen Besitz von Kinderpornografie vor Gericht steht, sei „schon lange verurteilt.“ Dabei, so Hartmann, gelte doch die Unschuldsvermutung. Außerdem werde keiner freiwillig pädophil. „So ´ne Veranlagung können sie nicht verurteilen“, legte Hartmann dem Publikum nah, Handlungen allerdings schon, räumte die Rednerin ein. In diesem Zusammenhang regte sich Hartmann darüber auf, dass Tausende Männer mit dem „Bumsbomber“ auf die Philippinen flögen, um dort Sex mit Minderjährigen zu haben. Hartmann: „Und Edathy ist das Schwein? Mag sein. Aber die Sextouristen erst recht.“

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