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Schüler übernehmen den Ratssaal

Stadthagen Schüler übernehmen den Ratssaal

Kinder an die Macht: In Stadthagen haben Schüler der IGS Schaumburg für einen Tag den Ratssaal des Rathauses in Beschlag genommen. Die Plansitzung sollte dazu dienen, dass die Jugendlichen hautnah selbst erleben können, wie in der Lokalpolitik um Entscheidungen gerungen wird.

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Hartnäckig pochen die Schüler-Fraktionen auf die Bearbeitung ihrer Anfragen durch die Verwaltung.

Quelle: ber

Stadthagen. „Gerade bei Jugendlichen lässt das Interesse an Politik immer mehr nach. Wir wollen mit diesem Projekt das politische Engagement fördern und realistisch zeigen, wie Lokalpolitik funktioniert“, erklärte die Lehrerin des Wahlpflichtkurses Gesellschaftslehre, Lena Otto, den echten Ratsmitgliedern, die den Schülern bei der Ausarbeitung ihrer Anträge mit Tipps zur Seite standen.

Vor ihrer ersten Ratssitzung hatten sich die Jugendlichen in Fraktionen aufgeteilt und in internen Sitzungen Anfragen und Anträge erarbeitet, die sie im Ratssaal der Verwaltung und dem Bürgermeister vorstellten.

Die Schüler der CDU-Fraktion wollten von der Verwaltung wissen, ob es möglich sei, H&M nach Stadthagen zu holen. Bürgermeister Oliver Theiß betonte, dass es der Stadt ein Anliegen sei, dass der Handel in der Innenstadt floriert und die Kaufkraft in Stadthagen erhalten bleibt. „Aber Unternehmen wie H&M gucken sehr genau, wo sie hingehen. Die wollen nur 1A-Lagen und sind oft nur bereit, umsatzabhängige Mieten zu zahlen.“ Vor diesem Hintergrund sei es schwierig, H&M für Stadthagen zu gewinnen.

Die Schüler der SPD-Fraktion beantragten die Einrichtung von Bürgerbussen, um die Ortsteile besser mit der Kernstadt zu verbinden. Die Kosten sollte die Verwaltung durch eine Erhöhung der Gewerbesteuer ausgleichen. „Dadurch kommen die Leute besser in die Innenstadt. Daher profitieren die Geschäftsleute ja auch davon“, lautete die Begründung der SPD-Schüler, die damit eine knappe Mehrheit für ihren Antrag gewinnen konnten.

Eine wichtige Lektion lernten auch die Schüler der Ratsgruppe WIR/FDP, die von der Verwaltung forderte, weitere Mülleimer in Stadthagen aufzustellen. Als Theiß ausweichend darauf antwortete, grätschte eine Schülerin dazwischen. „Es geht um drei Mülleimer. Wir wollen, dass das jetzt geprüft wird.“ Und handelte sich vom Bürgermeister direkt ein Kompliment für ihre Hartnäckigkeit ein. Theiß´ Vorschlag, wie in Irland Schüler mit tragbaren Mülleimern auszustatten, fiel bei den Schülern dagegen auf Ungnade.

„Dann wird man ausgelacht, weil es peinlich ist, einen Mülleimer auf dem Rücken zu tragen.“ Diesmal ließ Theiß nicht locker: „Wenn ich jemanden auslache, habe ich am nächsten Tag selbst den Mülleimer auf dem Rücken.“ ber

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