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Schulen wünschen sich mehr Lehrer mit einem Migrationshintergrund

Stadthagen Schulen wünschen sich mehr Lehrer mit einem Migrationshintergrund

Schüler, die nicht nur in der deutschen, sondern auch in einer zweiten Kultur zuhause sind, stehen in der Schule vor einigen besonderen Herausforderungen. Susana Ruiz Cruz, Lehrerin für Spanisch und Französisch am Wilhelm-Busch-Gymnasium, weiß das nicht nur, sie kennt es aus Erfahrung.

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Susana Ruiz Cruz kennt viele Herausforderungen ihrer Schüler mit Migrationshintergrund aus eigener Erfahrung.

Quelle: Imh

Stadthagen (lmh). Zwar hat sie selbst ihre Schulzeit in Spanien absolviert und ist erst als Erwachsene nach Deutschland gekommen, doch mit den Tücken der Zweisprachigkeit und kulturellen Missverständnisse im Alltagsleben muss sie sich jeden Tag aufs Neue auseinandersetzen.

Ihre Schüler, vor allem die mit eigenem Migrationshintergrund, profitieren von dieser interkulturellen Kompetenz, da ist sich Ruiz Cruz mit den Fachleuten einig. „Migrantenkinder nehmen es anders auf, wenn ich etwas zu dem Thema erzähle. Ich versuche, ihnen erkennen zu helfen, dass ihre Situation ein Schatz ist“, so die Spanierin. Eine ganz wichtige Erkenntnis aus ihrem beruflichen Werdegang möchte sie den Schülern vermitteln: „Wenn man kämpft und alles gibt, dann wird das in Deutschland honoriert.“

Sinnvoll, aber derzeit nicht vorhanden – so lassen sich auch viele Aussagen von Stadthäger Schulleitern zu diesem Thema zusammenfassen. „Wir haben hier ja eine ganze Reihe Schüler mit Migrationshintergrund, auf Seiten der Lehrer aber bisher nicht“, äußerte sich beispielsweise Ratsgymnasiumsleiter Heinrich Frommeyer. Bei Besetzungen neuer Stellen seien nur ganz wenige entsprechende Bewerber dabei gewesen, und die hätten sich aufgrund des an Noten gebundenen Auswahlverfahrens nicht durchsetzen können, bedauerte er. „Natürlich wäre es schön, wenn sich – symbolisch gesprochen – das Farbspektrum unseres Lehrerkollegiums dahingehend erweitern würde.“

Als „sicherlich wünschenswert“ und „für die Integration von Vorteil“ sieht IGS-Leiterin Astrid Budwach Lehrer mit eigenem Migrationshintergrund. Auch im IGS-Kollegium gibt es allerdings derzeit keine. Lediglich die Schule Am Schlosspark profitiert von drei Lehrkräften ausländischer Herkunft, die die Ausführungen von Ruiz Cruz bestätigen.

Auch das niedersächsische Kultusministerium ist überzeugt, dass Schüler mit Migrationshintergrund von Lehrern in derselben Situation profitieren. Ein „Schülercampus“ soll helfen, Oberstufenschüler aus diesem Kreis zu einem Lehramtstudium zu motivieren – denn Lehrer mit eigener Migrationserfahrung sind Mangelware. Schüler der Klassen 11 und 12, die über Migrationsgeschichte verfügen und sich über den Lehrerberuf informieren möchten, können sich noch bis zum 7. Oktober bewerben. Alle Infos dazu gibt es im Internet unter www.mehr-migranten-werden-lehrer.de.

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