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Schulz: „Bei Tietz geht es weiter“

Nachfolger gefunden Schulz: „Bei Tietz geht es weiter“

Holger Schulz ist sicher: „Bei Tietz geht es weiter.“ Der Inhaber des Feinkosthauses geht nach eigenen Angaben davon aus, dass noch im Juni der Vertrag mit einem Nachfolger unterzeichnet wird.

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Seit 96 Jahren befindet sich Tietz am Marktplatz – nun soll es weitergehen.

Quelle: rg

Stadthagen. Wie berichtet hatte Schulz vor einigen Wochen seinen Rückzug für das Jahresende angekündigt. Es habe sechs Bewerber für die Übernahme des Edeka-Marktes gegeben, sagt Schulz: „Mit drei von denen wird konkret verhandelt.“ Bei diesen drei Interessenten handele es sich ausschließlich „um gestandene Kaufleute, die alle schon Edeka-Märkte geleitet haben, zwei als Marktleiter und einer als Inhaber“.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

Schulz zufolge ist es „garantiert, dass alle 36 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten werden“. Von daher sei es gut, dass ein schneller Vertragsabschluss erfolgt, „damit früh endgültige Klarheit über die Weiterführung des Betriebes herrscht und nicht gute Mitarbeiter doch noch kündigen“, so der geschäftsführende Gesellschafter.

Der Nachfolger werde die Immobilie mieten, schildert Schulz. Diese biete 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche und entsprechende Nebenräume. Investieren müsse der neue Betreiber in den Kauf der Ausstattung und des Warenbestandes. Mittelfristig müsse der Laden darüber hinaus „sicherlich mit modernsten Elementen aufgehübscht werden“, so der Inhaber. Wichtige Investitionen wie in die Kühl- und die Heizanlage seien allerdings in den letzten Jahren gerade erst getätigt worden.

Schulz freut sich für Stadthagen

Schulz macht seine Erleichterung über die positive Entwicklung deutlich: „Ich bin froh, dass es weitergehen wird.“ Nach 36 Jahren Tätigkeit „hängt mein Herzblut an diesem Laden“. Er freue sich „für die Mitarbeiter und auch für Stadthagen“. Denn das Feinkosthaus als Frequenzbringer habe für die Innenstadt eine außerordentlich wichtige Bedeutung. „Wir haben täglich rund 1500 Kunden, das bringt viel Laufkundschaft ins Stadtzentrum.“ Als vor einigen Jahren am Marktplatz in Springe ein Lebensmittelmarkt aufgegeben habe, „hat sich das auf die Entwicklung der dortigen Innenstadt sehr ungünstig ausgewirkt“, nennt Schulz ein negatives Beispiel.

Der 62-jährige Kaufmann zieht sich nach eigenen Angaben zum kommenden Jahreswechsel aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft zurück. Damit steigt die Familie Schulz aus dem Feinkosthaus Tietz aus. Das Traditionsunternehmen war vor 96 Jahren am selben Standort gegründet worden. ssr

Nachgefragt bei Raimund Luig, Geschäftsführer von Kaisers/Tengelmann

Der Sülbecker Raimund Luig arbeitet in der Geschäftsführung der Lebensmittelkette Kaisers/Tengelmann. Er äußert sich über Tietz und neueste Trends bei Supermärkten.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Tietz?
Die haben sich über die Jahre Akzeptanz erworben. Das ist ja schon ein bisschen Kult. Ein Geheimnis liegt in der Kombination von Supermarkt, Reformhaus und Feinkost. Es handelt sich um ausgewählte Sortimente. Das Personal ist sehr kompetent. Das wissen die Leute zu schätzen.
Gibt es einen Trend, dass Supermärkte von der „Grünen Wiese“ wieder stärker in Innenstädte streben?
Ja, den gibt es. Man sucht die Nähe zu den Kunden – nicht ausschließlich, aber auch. Lange Zeit hat man geglaubt, der Standort müsse unbedingt an der Peripherie liegen, um möglichst viele Parkplätze zu haben. Neuerdings sucht man eher einen Mix von Peripherie und innerstädtischen Standorten wo viel Kundenlauf ist, wie etwa am Marktplatz in Stadthagen.
Welche Voraussetzungen muss ein Supermarkt erfüllen, um in einer Innenstadt erfolgreich zu sein?
Dass viele Menschen an dem Markt vorbeigehen. Wichtig sind weiter ein guter Service und eine exzellente Beratung. Dazu gehören auch ausgesuchte Sortimente, die über die Angebotspalette eines Discounters hinausgehen. Letztlich ist ein vernünftiges Preis/Leistungsverhältnis erforderlich.
Interview: Stefan Rothe

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