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Schulz: Gelage verbieten

Trinkerszene in Stadthagen Schulz: Gelage verbieten

Die Trinkerszene sorgt weiterhin für Ärger bei Geschäftsleuten und Passanten in der Stadthäger Innenstadt. Tietz-Chef Holger Schulz fordert nun ein Alkoholverbot.

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Holger Schulz hat genug. Die Trinkerszene (im Hintergrund) macht dem Geschäftsführer von Feinkost Tietz zu schaffen. rg

Stadthagen.. Holger Schulz will die Trinkgelage nicht länger hinnehmen. Der Geschäftsführer von Feinkost Tietz fordert ein Alkoholverbot innerhalb der Wallanlagen. Die Antwort der Stadtverwaltung ist für ihn jedoch ernüchternd.

 Die Trinker pendeln zwischen Marktplatz-Brunnen und Martinikirche. Derzeit ist der Brunnen vor der St.-Martini-Kirche der bevorzugte Platz für der Szene, sehr zum Leidwesen von Schulz. Sein Feinkosthaus dient der Gruppe, in der Regel sind es fünf bis sechs Personen, als Vorratslager.

 „Die Polizei muss teilweise dreimal täglich ausrücken, weil sie Passanten anpöbeln oder sich vor meinem Laden prügeln“, ärgert sich Schulz. „Eigentlich wollen wir denen gar keinen Alkohol mehr verkaufen. Aber dann muss ich jede halbe Stunde runter laufen, um sie des Ladens zu verweisen. Das geht schon seit Jahren so.“

 Deshalb fordert Schulz ein Alkoholverbot innerhalb der Wallanlagen, Gastronomen ausgenommen. „Ich habe das in Würzburg gesehen. Warum soll das nicht auch hier funktionieren?“ Die Zustimmung der Gastronomen am Marktplatz ist ihm sicher.

 Auch Yvonne Perkovic hält ein solches Alkoholverbot für begrüßenswert. „Vor ein paar Tagen wollte ich bei Tietz einkaufen, habe mich aber nicht in den Laden getraut. Da haben sich Betrunkene vor dem Eingang geprügelt und ich hatte Angst, eine Bierflasche an den Kopf zu kriegen“, berichtet die Inhaberin des Schwarzen Adlers. Ein solches Verhalten sei geschäftsschädigend. Hinzu komme: „Die Szene wird immer primitiver. Das ist nicht mehr die Klientel, die noch vor ein, zwei Jahren hier war.“ Am schlimmsten sei es am Monatsanfang, „wenn sie ihr Geld vom Sozialamt bekommen“.

 Ein Alkoholverbot würde nach Ansicht von Perkovic dazu führen, dass sich die Trinker nicht mehr in der Innenstadt zusammenrotten. „Für uns wäre das besser.“ Allerdings ließe sich das Problem nicht weghexen, schränkt Perkovic ein.

Auch Ratskeller-Chef Oliver Sieloff findet die Idee von Schulz nicht schlecht, glaubt aber: „Dann gehen sie woanders hin und andere haben das Problem.“ Chris Rehder, Betriebsleiter des Zeitgeist, sieht im Falle eines Alkoholverbotes die Polizei in der Pflicht, dieses auch durchzusetzen.

 Der Stadthäger Kontaktbeamte Carsten Köller findet das Erscheinungsbild der Trinkerszene in der Innenstadt zwar „nicht schön“, sieht jedoch keine rechtliche Handhabe, mehr noch: „Nach meiner Einschätzung geht die Provokation zuerst von den Passanten aus, die diesen Personenkreis zum Teil sehr plump anmachen. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt aus auch heraus.“

 Zwar komme es hin und wieder zu Rangeleien innerhalb der Gruppe, aber mehr als ein paar zerbrochene Flaschen seien dabei nicht zu beklagen gewesen. Trotz allem hält Köller ein Alkoholverbot für sinnvoll, „wenn es im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten liegt“.

 Genau da liegt laut Stadtverwaltung jedoch das Problem: „Der Erlass eines allgemeinen Alkohol-Verbotes auf öffentlichen Plätzen ist nach geltender Rechtslage in Niedersachen aus Sicht der Stadt nicht möglich“, erklärt Sprecherin Bettina Burger. Für eine solche Einschränkung von Grundrechten fehle die Grundlage. Bisher habe Bayern als einziges Bundesland eine solche Ermächtigungsgrundlage für ein Alkohol-Verbot geschaffen.

 Schulz will sich jedoch nicht so einfach abspeisen lassen. Er will bei Bürgermeister Oliver Theiß persönlich vorstellig werden. „Wenn das in anderen Städten geht, muss das auch in Stadthagen gehen.“ ber

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