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Schulzweig schließt „Knall auf Fall“

Ludwig Fresenius Schulzweig schließt „Knall auf Fall“

In vier Monaten ist Schluss: Die Ludwig Fresenius Schulen schließen ihre Schule für Heilerziehungspflege am Standort an der Enzer Straße in Stadthagen zum 31. Juli. Betroffen sind 20 Schüler und fünf Lehrkräfte.

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Die Schule für Heilerziehungspflege an der Enzer Straße schließt am 31. Juli ihre Pforten.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Noch regulär zu Ende geführt wird der Examensjahrgang. Doch die insgesamt 20 Schüler des ersten und zweiten Jahrgangs sehen sich plötzlich auf halbem Wege mit der Schulschließung konfrontiert. „Wir sollen Knall auf Fall auf die Straße gesetzt werden“, klagen Betroffene auf Facebook: „Wir fühlen uns total allein gelassen und wissen nicht wie es weitergehen soll.“ Die Landesschulbehörde wolle „dem ungeheuerlichen Vorgang noch zustimmen“, so die Schüler. Und weiter: „Wir haben motiviert eine Ausbildung begonnen, die uns Spaß macht, das Berufsbild ist sehr gefragt und jetzt werden wir einfach nach Hause geschickt.“ Einige der Schüler haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

Übernommen von den Blindow-Schulen

Die Fresenius Schulen hätten den hiesigen Schulzweig für Heilerziehungspflege vor drei Jahren von den damaligen Blindow-Schulen übernommen, berichtet auf Anfrage Christian Steege. Der Fresenius-Bezirksleiter für den Bereich Hannover, der auch für den Stadthäger Standort verantwortlich ist, betont: „Drei Jahre lang haben wir mit allen Kräften versucht, diesen Schulzweig zu entwickeln.“

Doch das habe nicht zum Erfolg geführt. Die vorhandenen etwa zehn Schüler pro Jahrgang seien einfach zu wenig. „Mit dieser geringen Schülerzahl ist der Schulzweig nicht wirtschaftlich zu führen“, sagt Steege und spitzt zu: „Wir fahren damit ein unglaubliches Verlustgeschäft.“

Doch noch ein weiterer Aspekt sei zu nennen, fährt der Bezirksleiter fort. Das Schulrecht gebe für diesen Schulzweig „einen handlungsorientierten Unterricht“ vor. Diese Methode könne aber erst ab 15 Schülern sinnvoll angewendet werden. Insofern bilde auch das pädagogische Konzept einen Hintergrund für die Schließung.

„Wir lassen die Schüler nicht im Regen stehen“

Diese hätten sich die Verantwortlichen von Fresenius „sehr schwer gemacht“, so Steege, doch der Entschluss sei aus den genannten Gründen unabweisbar gewesen. Zusammen mit der Landesschulbehörde sei Fresenius bemüht, im unmittelbaren Anschluss für die betroffenen Schüler Plätze an anderen Schulen zu finden. „Wir lassen die Schüler nicht im Regen stehen, sondern versuchen mit allen Kräften, sie woanders unterzubringen.“ Am heutigen Dienstag stünden Gespräche mit anderen Heilerziehungspflegeschulen an. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei vor allem um die Fachschule für Heilerziehungspflege der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg Weserbergland (PLSW) in Stadthagen. Was eventuell entstehende Mehrkosten für die Schüler angeht, „da wird man sich einig werden“, meint Steege.

Am kommenden Donnerstag werde es eine Versammlung unter Beteiligung der Landesschulbehörde mit den betroffenen Schülern und ihren Eltern geben, kündigt Stege an. Bis dahin sei „abzuklären, ob woanders Schulplätze vorhanden sind“. Fresenius tue für eine „sozial verträgliche Lösung alles, denn wir haben einen Ruf zu verlieren“, formuliert der Bezirksleiter.

Für die beiden betroffenen Vollzeit-Lehrkräfte wird laut Steege versucht, Stellen an anderen geeigneten Standorten zu finden. Die drei stundenweisen Honorarkräfte stünden ohnehin auch bei anderen Schulen unter Vetrag, führt der Bezirksleiter aus. ssr

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