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Sechs Länder, drei Fächer, ein Abitur

Stadthagen / Vorstoß Sechs Länder, drei Fächer, ein Abitur

Sechs Bundesländer wollen ab 2014 wesentliche Teile des Abiturs vereinheitlichen. Wer die Leiter Stadthäger Gymnasien danach fragt, bekommt die klassische Radio-Eriwan-Antwort: Im Prinzip eine gute Idee, aber...

Stadthagen. Stadthagen (ab).  Fachleute aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Sachsen basteln gerade daran, wie man den Kern des Abiturs in allen sechs Ländern ähnlich gestalten kann. Dabei geht es um die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Sie werden von Schülern in der Regel stark belegt, weil ihnen zugeschrieben wird, Schlüssel zum Arbeitsmarkt zu sein. Die Landespolitiker wollen ihr Deutsch-Englisch-Mathematik-Modell in Stufen einführen. Im Herbst 2013 soll je eine Klausur in den drei Fächern so gestaltet werden, dass die Ergebnisse vergleichbar sind. Darauf aufbauend soll im Frühjahr 2014 ein gemeinsames Abitur geschrieben werden. „Mehr Chancengerechtigkeit“ verspricht sich Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) von der Neuerung, außerdem könne man mit ihrer Hilfe „Abschlüsse besser miteinander vergleichen“.

 Heiko Knechtel, Leiter des Wilhelm-Busch-Gymnasiums in Stadthagen, weist zunächst darauf hin, dass nicht etwa in allen sechs Bundesländern identische Arbeiten geschrieben werden. Das Kultusministerium in Hannover bestätigt dies. „Wir werden einen ,Pool‘ ausarbeiten, aus dem die Länder Aufgaben mit ähnlichem Anforderungsprofil auswählen“, sagt ein Sprecher. Den Anspruch, den die Politik bei ihrem Vorstoß durchblicken lässt, nennt der Stadthäger Schulleiter Heiko Knechtel „grundsätzlich ehrenwert“. Der Teufel, so Knechtel, steckt aber im Detail. „Wie verhindert man, dass die Anforderungsprofile vorzeitig durchsickern, wenn die Länder die Arbeiten zu unterschiedlichen Zeitpunkten schreiben?“, nennt er ein Beispiel.

 Auch Angelika Hasemann, stellvertretende Leiterin des Ratsgymnasiums Stadthagen, lobt den Vorstoß. Dahinter stehe das „eigentlich erstrebenswerte Ziel, so etwas wie ein ,deutsches Abitur‘ zu schaffen“. Es folgt ihr „Aber“: Weil die Bundesländer bei der Vorarbeit des gemeinsamen Abiturs doch wieder „ihre eigenen Süppchen kochen“, bleibe das bundesweite Abitur ein fernes Ziel. Angelika Hasemanns Forderung greift deswegen weit: „Bildung muss Bundesaufgabe werden.“

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