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Sechseinhalb Jahre Haft

Überfall im Villenviertel Sechseinhalb Jahre Haft

Im Prozess um den brutalen Überfall im Villenviertel hat die 1. Große Strafkammer am Bückeburger Landgericht den angeklagten Bremer (23) am Montag zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Zwei Männer hatten ein Stadthäger Ehepaar im eigenen Haus ausgeraubt und nach der Tat gefesselt im Heizungskeller zurückgelassen.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

STADTHAGEN/BÜCKEBURG. Der nächste Prozess ist nur eine Frage der Zeit. Nachdem der Angeklagte Namen genannt hatte, konnte die Polizei zwei weitere mutmaßliche Täter festnehmen, ebenfalls aus Bremen. Beide sollten am Montag als Zeugen vernommen werden, machten aber von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Einer von ihnen soll jener Mann sein, der in der Nacht zum 22. Oktober 2016 mit im Haus war.

Ein indirektes Geständnis

Vor Gericht legte der 23-jährige Bremer gestern ein indirektes Geständnis in Form einer Entschuldigung ab. „Ich möchte mich bei dem Herrn und der Dame für das entschuldigen, was in der Nacht passiert ist“, sagte er beim Herausgehen zu den Eheleuten, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftreten. Der Überfall hatte etwa eine Stunde gedauert. „Ein Zeitraum, der gefühlt nicht zu Ende geht“, meinte Staatsanwalt Ulf Kranitz. Der Mann war getreten, die Frau eine Treppe hinuntergestoßen worden.
Insgesamt sollen fünf Männer an der Tat beteiligt gewesen sein. Nach zweien wird weiter gefahndet. Während des Überfalls sollen drei Täter im Auto gewartet haben.

Mit einem von ihnen hatte der jetzt verurteilte Angeklagte telefonischen Kontakt. Der 23-Jährige stand unter Druck. Er hatte Schulden bei einer Großfamilie, außerdem sollen seine Verlobte und das gemeinsame Baby bedroht worden sein. Angeblich hatte der Sohn des überfallenen Stadthägers ebenfalls Schulden, die nun eingetrieben werden sollten.

Richter Kütemeyer: „Ein Teil ist gelogen“

Geständnisse wirken sich strafmildernd aus. Das Geständnis des Angeklagten habe jedoch „nur geringes Gewicht“, so der Vorsitzende Richter Norbert Kütemeyer. Erstens wäre leugnen zwecklos gewesen, nachdem Polizisten den Räuber beim Verlassen des Hauses überwältigt hatten. Außerdem ist ein Teil gelogen. Der 23-Jährige hatte behauptet, er sei zum Haus zurückgekehrt und habe eine Tür eingetreten, um das Ehepaar zu befreien. „Der Angeklagte ist durchs ganze Gebäude gelaufen, aber nicht in den Heizungskeller gegangen“, stellte Richter Kütemeyer klar.

Rechtsanwalt Ralf Jordan, der die Interessen der Opfer vertritt, hält die Geschichte vom „lieben Räuber“ ohnehin für ein Märchen. Jordan geht davon aus, dass der 23-Jährige zurückgekehrt ist, weil ihm die Beute nicht reichte: Uhren, Schmuck, etwas Bargeld. Den überfallenen Stadthäger nannte der Anwalt einen Mann, „der sich über Jahrzehnte für die Stadt verdient gemacht hat“.

Einschlägig vorbestraft

Dagegen ist der Angeklagte einschlägig vorbestraft und hat bereits mehrere Raubüberfälle begangen. In Stadthagen war er mit einer Schreckschusspistole und einem Maurerhammer bewaffnet.

Der Schuldspruch lautet auf schweren Raub, schwere räuberische Erpressung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Mit seiner Entscheidung folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwalt Ulf Kranitz.   ly

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