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Seit Jahren ein Dilemma

Hochwasserschutz Stadthagen Seit Jahren ein Dilemma

Es ist ein Dilemma, das die Anrainer des Krummen Baches an der Enzer Straße seit Jahren verfolgt: Sobald es dauerhaft intensiv regnet, steigt der Pegel bedenklich. Anwohner kritisieren: Die Stadt hätte längst handeln müssen.

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Die Situation am Krummen Bach ist am Dienstag bedenklich gewesen, Wasser lief auf Straßen und in Gärten. FOTOS: FWI

Stadthagen. Auch beim Unwetter am Dienstag gab es wieder bange Momente für die Hausbesitzer. So werden Erinnerungen an das Hochwasser 2010 wach. Seit damals gibt es immer noch keine Abhilfe.

Ganz im Gegenteil: Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht. „Ich glaube nicht, dass sich zu meinen Lebzeiten hier noch was tut“, bringt Anwohner Heinz Bartels die Stimmung vieler Anlieger der Enzer Straße auf den Punkt.

Zu den seit etlichen Jahren gehegten Plänen für einen Hochwasserschutz am Krummen Bach sieht die politische Beschlusslage aktuell so aus: Zusätzlich zum Konzept eines von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros wurde von der ehrenamtlichen Lokalen Agenda ein Alternativentwurf vorgelegt.

Durch die Ratsgremien ist ein unabhängiges Fachbüro damit beauftragt, zu prüfen, ob der Alternativentwurf realisierbar und effektiver als das erste Konzept ist. Zusätzlich wurde eine sogenannte „Begleitgruppe“ eingesetzt, bestehend unter anderem aus Vertretern der Verwaltung und der Fraktionen, um diese Begutachtung zu begleiten.

Vertreter aller Ratsgruppen verteidigen dieses zeitaufwendige Verfahren. „Es geht nicht schneller“, bekundet Heiko Tadge (CDU): „Es ist nämlich wichtig, einen eventuell fehlerbehafteten Schnellschuss zu vermeiden und eine nachhaltige Lösung zu finden, die Bestand hat.“ Dafür seien komplizierte Untersuchungen und Berechnungen nötig.

Jan-Philipp Beck (SPD) fordert mehr Tempo

 Das Prüfverfahren müsse angesichts des Hochwassers dieser Tage beschleunigt werden, fordert Jan-Philipp Beck namens der SPD/Grüne/FDP-Gruppe. Das Vorgehen an sich sei aber unverzichtbar, betont er. Das erste Konzept sehe einen größeren Flächenverbrauch als der Alternativentwurf vor. Gespräche mit Grundeigentümern seien „zäh“ verlaufen. Sollte es zu Enteignungsprozessen kommen, „müssen wir nachweisen, dass wir Alternativen geprüft haben“, so Beck. „Ein Schnellschuss könnte uns deshalb später Zeit kosten“, bekräftigt Jürgen Burdorf (WIR).

 Auf die Frage, ob angesichts der politischen Beschlusslage kurzfristige Schutzmaßnahmen denkbar wären, um die Gefährdung einzugrenzen, reagierte die Verwaltung: „Die Dringlichkeit der Planungen für den Hochwasserschutz am Krummen Bach wurden durch das Starkregenereignis nochmals bekräftigt. Kleinmaßstäbliche Maßnahmen werden keinen weiteren Erfolg bringen.“ sk, vin, ssr

Anwohner haben Recht auf Schutz

Von Verena Insinger

Es ist ein Trauerspiel. Seit Jahren werden die Anrainer des Krummen Baches im Stich gelassen. Sie sind leidgeprüft. Doch nach Jahren des Redens und Planens muss doch endlich mal etwas geschehen, um in diesem Bereich der Stadt Druck vom Kessel zu nehmen.

Aber anstatt mal ein Konzept abzunicken, wird ein nächstes Gutachten abgewartet. Und damit auch möglichst viele mitreden, wird begleitend zu einem beauftragten Gutachten noch eine sogenannte Begleitgruppe ins Leben gerufen. Wofür? Zu viele Köche verderben den Brei. Und dieser schmeckt den betroffenen Stadthägern schon lange nicht mehr.

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Kreisstadt von einem ähnlichen Hochwasser wie Springe oder Hildesheim überrascht worden wäre. Am Dienstag ist einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig schnelles Handeln in der Causa „Krummer Bach“ ist. Also, liebe Verwaltung und Politiker, schaut euch schnell die Konzepte des Hochwasserschutzes an und handelt. Bevor den Anwohnern das Wasser bis zum Halse steht.

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