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Senioren wollen neuen Nahverkehr

Stadthagen / Seniorenbeirat Senioren wollen neuen Nahverkehr

Der Stadthäger Seniorenbeirat will eine komplette Umstellung des öffentlichen Personennahverkehrs in Schaumburg erreichen. Mit dem Thema wolle er sich unter Umständen auch an Landrat Jörg Farr persönlich wenden, sagte der Vorsitzende Karl-Heinz Hansing in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Der Grund, wie Hansing ihn formulierte: „Das alte System mit den großen Bussen ist am Ende.“

Stadthagen (jcp). Diesem Entschluss ging eine Debatte voraus, die die Mitglieder bereits in einer vorangegangenen Sitzung geführt hatten. Darin war es um unzureichende Einkaufsmöglichkeiten für Senioren und die eventuelle Einrichtung eines Bringservices für Lebensmittel gegangen.

Inzwischen habe sich aber ergeben, dass es bereits Angebote dieser Art im Landkreis gebe. Eines würde massiv beworben, trotzdem klagten die Anbieter über mangelhafte Auslastung, referierte Hansing.

Aus Gesprächen mit Holger Schulz vom Kaufhaus Tietz wisse der Vorsitzende, dass der Bringdienst des Stadthäger Lebensmittelmarktes wegen zu geringer Nachfrage vielleicht sogar eingestellt werden könnte. Die Mitglieder des Beirates fragten sich also, ob sie ein Thema konstruiert hätten, wo keines ist.

Haben sie nicht – zeigten sich Hansing und einige andere überzeugt. Auf den Hinweis, in ländlich geprägten Gebieten ließen sich ältere Menschen die Einkäufe eben von Nachbarn und Bekannten mitbringen, wenn sie selbst nicht mehr mobil seien, entgegnete der Vorsitzende: „Aber wer weiß, wie lange das so noch funktioniert.“ Immer mehr Jüngere verließen schließlich Schaumburg.

Dass die in der Sitzung vorgestellten Bringdienste über mangelnde Nutzung klagten, darin kamen die Beiratsmitglieder überein, habe wohl eher mit den stetig schmaleren Renten zu tun. Die Fahrt vom Supermarkt zur Wohnungstür müsse schließlich bezahlt werden.

Damit auch Ältere in Zukunft problemlos einkaufen könnten, sollte sich idealerweise das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel ändern – und zwar vollständig. „Das alte System muss weg“, sagte Hansing deutlich. Das Ziel sei ein „Dorfverkehr, wie wir ihn in der Großstadt mit der Straßenbahn haben.“

Es gelte nicht, das „alte System“ zu verbessern, denn das sei „am Ende“. Allein werde der Beirat die Pläne – kleinere Busse mit häufigeren Abfahrtszeiten sind angedacht – aber nicht umsetzen können. Daher soll nun der Gang zur Landkreisverwaltung folgen.

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