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Seniorinnen lassen Betrüger abblitzen

"Falsche-Polizisten-Trick" in Stadthagen Seniorinnen lassen Betrüger abblitzen

Es ist eine besonders perfide Masche, die Kriminelle in Stadthagen derzeit anwenden. Sie geben sich im Telefonat gegenüber Senioren als Polizisten aus, um sich im Nachgang Zutritt zu den Privaträumen zu verschaffen und die Rentner zu bestehlen. Bei zwei Damen bissen die Betrüger aber auf Granit.

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Stadthagen. Die echte Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es ist Dienstagvormittag, 11.45 Uhr, das Telefon von Rita B. (Name von der Redaktion geändert) läutet. Die ältere Dame aus Stadthagen hebt ab. Am anderen Ende meldet sich ein Herr, stellt sich als Markus Lempke von der Kriminalpolizei Stadthagen vor. Er und seine Kollegen hätten ermittelt, dass sich in naher Zukunft ein Betrüger per Telefon bei Rita B. melden würde. Um diesen dingfest zu machen, würden Lempke und ein Kollege gleich bei der Rentnerin vorbeischauen wollen, um im Augenblick des Anrufes anwesend zu sein. Die Stadthägerin zögert, vertröstet den Anrufer erst einmal und legt auf. Im Anschluss wählt sie die Nummer ihrer Nichte und schildert dieser den aus ihrer Sicht merkwürdigen Anruf. Die Nichte wendet sich an die Polizeidienststelle.

„Die Dame hat genau richtig reagiert“, betont Axel Bergmann, Sprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg und gleichzeitig Präventionsbeauftragter des hiesigen Kommissariats. Bei der aktuellen Masche, die bundesweit derzeit für Schlagzeilen sorgt, handelt es sich um den sogenannten Falscher-Polizist-Trick. Dabei spielen die Kriminellen mit dem Vertrauen, das besonders ältere Bürger in die Polizei setzen.

Die Täter suchen sich – ähnlich wie beim sogenannten Enkeltrick – Namen und Telefonnummern aus dem Telefonbuch, die darauf hindeuten, dass es sich bei demjenigen um einen Senior handelt.
„Wir sprechen von Wein in neuen Fässern“, sagt Bergmann. Ob Enkel-, Handwerker- oder Polizistentrick. Immer gehe es den Tätern darum, Zutritt zu Wertgegenständen zu bekommen.
Bei der aktuellen Masche rufen die vermeintlichen Beamten die Auserwählten an und versuchen mithilfe irgendeiner drohenden vorgegaukelten Straftat, die den Angerufenen bevorsteht, in Haus oder Wohnung der Senioren zu gelangen. Dort seien die Kriminellen meist zu zweit unterwegs. Einer vertieft das Opfer ins Gespräch, der andere sucht Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände und packt diese ein. Schnell verschwinden die vermeintlichen Polizisten. Zurück bleibt das bestohlene Opfer.

Axel Bergmann: Opfer schämen sich

30 bis 40 Fälle dieser Art wurden im Inspektionsbereich im vergangenen Jahr registriert – erfolgreiche und nicht erfolgreiche. Die Dunkelziffer sei allerdings höher. Bergmann weiß aus Erfahrung: Opfer von Trickbetrügern schämen sich häufig, vertrauen sich weder Verwandten noch der Ermittlungsbehörde an.

Außer Rita B. hat am Dienstag auch eine weitere Rentnerin aus der Kreisstadt richtig reagiert. Auch sie bekam einen Anruf. Der Mann gab sich als Stadthäger Kriminalpolizist aus. Er wollte mit einem Kollegen zu der Seniorin nach Hause kommen, um ihr Geld zu untersuchen, da sie im Besitz von Falschgeld sein könnte. Auch diese Stadthägerin reagierte besonnen und verständigte umgehend das Kommissariat in Stadthagen.

Den Betrügern kommen die Beamten nur schwer auf die Spur. Bergmann erläutert, dass sie sehr professionell mit einer eingeschalteten Software die Anrufe tätigen, damit man sie nicht nachverfolgen kann. Auf jeden Fall sollten sich Betroffene, die merkwürdige Anrufe erhalten, immer bei der jeweiligen Behörde rückversichern, ob diese tatsächlich ein Anliegen hat. Und selbstverständlich umgehend die richtige Polizei verständigen. vin

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