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Serientäter hackt Nutzerkonten

Drei Jahren Haft für Stadthäger Serientäter hackt Nutzerkonten

Zu insgesamt drei Jahren Haft, verteilt auf zwei Strafen, hat das Schöffengericht in Stadthagen einen Betrüger verurteilt. Der Stadthäger hatte fremde Ebay-Konten geknackt und dort Geräte verkauft, die er gar nicht besaß.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Von Beruf ist der Angeklagte Systemtechniker. Für seine kriminellen Aktivitäten könnte das ein unschätzbarer Vorteil gewesen sein, denn die Betrügereien spielten sich im Internet ab. Mit dem Wissen über Computer und das weltweite Netz verschaffte sich der Stadthäger in mehreren Fällen Zugang zu fremden Ebay-Accounts und bot technische Geräte an, die er überhaupt nicht besaß – eine Digital-Kamera für 694 Euro zum Beispiel oder einen 705 Euro teuren Beamer. Ihm kam es nur auf das Geld an, um damit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Die eigentlichen Nutzer der Zugangsberechtigungen wussten nichts von den illegalen Geschäften.

Wenn es ans Bezahlen ging, spielte der Betrüger dagegen mit offenen Karten: Das Geld ließ er sich jeweils auf ein Konto überweisen, das unter seinem Namen lief. In Telefongesprächen mit Käufern machte der Stadthäger ebenfalls keinen Hehl daraus, wie er heißt. „Das war der blanke Wahnsinn“, sagt er heute und schlägt dazu auf der Anklagebank die Hände über dem Kopf zusammen. „Ich weiß nicht, was mich da geritten hat.“

Anfangs hatte der Angeklagte behauptet, er habe lediglich drei Bankkonten verkauft, mit den Betrügereien jedoch selbst nichts zu tun. Offensichtlich spekulierte der 40-Jährige darauf, nur wegen zweier Autofahrten ohne Fahrerlaubnis verurteilt zu werden. Deshalb war er ebenfalls angeklagt.

In Untersuchungshaft gelten verschärfte Bedingungen

Diese Flausen trieb ihm Richter Kai Oliver Stumpe jedoch aus. „Dann müssen wir einen neuen Termin machen und Zeugen vernehmen“, kündigte Stumpe an. „Sie bleiben so lange in U-Haft“, fügte er mit Blick auf den Angeklagten hinzu. Dazu muss man wissen: In der Untersuchungshaft gelten verschärfte Bedingungen. Innerhalb weniger Minuten überlegte es sich der Stadthäger anders und legte ein umfassendes Geständnis ab. Als Motiv gab er „finanzielle Engpässe“ an.

Im Knast kennt sich der 40-Jährige, der zuletzt im Ruhrgebiet gelebt hat, recht gut aus, denn dort hat er einige Zeit seines Lebens verbracht. Sein Vorstrafenregister umfasst 20 Einträge, der erste im Jahr 1992. Betrug kommt gehäuft vor.

Vor dem Stadthäger Schöffengericht hat der Betrüger jetzt „einen Schlussstrich gezogen“, so Verteidiger Karl Haas. „Es ist nicht sehr viel schlimmer geworden, als es vorher schon war“, stellte Richter Stumpe fest. Das Gute: „Der Angeklagte hat nun eine Gesamtlösung.“

Zwei Freiheitsstrafen

Unterm Strich ging es um acht Taten, sechs Betrugsfälle und zweimal Fahren ohne Fahrerlaubnis. Nur mit einem Teil davon konnte eine Gesamtstrafe gebildet werden. Ein früheres Urteil (zwei Jahre Haft) musste nämlich einbezogen werden. Deshalb kamen zwei Freiheitsstrafen heraus – einmal acht Monate, einmal 28.

Mit seiner Entscheidung folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwältin Karin Dubben. „Das Geständnis ist dem Angeklagten natürlich anzurechnen“, meinte Dubben. „Andererseits ist er strafrechtlich schon erheblich in Erscheinung getreten.“ Bewährung? Kein Thema. ly

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