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Service für die Tonne

Stadthagen Service für die Tonne

Unfreiwillig hat Dagmar Müller eine Runde ausgesetzt: Die Müllmänner haben die Tonne der Stadthägerin einfach stehen lassen.

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Jetzt ist die Tonne leer – aber bis es so weit war, hatte Dagmar Müller viel Ärger.

Quelle: mak

Stadthagen. Abgeholt wurde der Unrat erst zwei Wochen später – beim nächsten regulären Abfuhrtermin. Dass sie vergessen wurde, ärgert die Frau dabei weniger als der Umgang der Abfallwirtschaft Schaumburg (AWS) mit dem Missgeschick.

 Zahlreiche erfolglose Anläufe habe sie unternommen, den Müll nachträglich entsorgen zu lassen. Den ersten von der AWS zugesagten Rückruf habe es nie gegeben, später genannte Termine für eine nachträgliche Abholung seien nicht eingehalten worden.

 Zwei Wochen später, am Montag vor der ohnehin wieder anstehenden Abfuhr, fand das von der AWS beauftragte Unternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica dann keinen Müll zum Abholen vor. Müller sagt, sie habe ihre Tonne zwischenzeitlich reingeholt, weil Passanten bereits angefangen hätten, zusätzlichen Müll in den ohnehin übervollen Behälter zu werfen. Außerdem sei der Termin am Montag nicht verabredet gewesen. Stattdessen habe es geheißen, die Tonne solle am Freitag zuvor abgeholt werden, was wiederum nicht geschehen sei. Die AWS hält dagegen: Tönsmeier sei am fraglichen Tag sehr wohl vor Ort gewesen, eine Tonne hätten die Fahrer aber nicht vorgefunden.

 Müller spricht von einem „Hinhaltemanöver“. Zwischenzeitlich hatte sie von der AWS zur Überbrückung rote Abfallsäcke bekommen – „kulanzhalber“, wie es vonseiten des Unternehmens heißt. Müller: „Wenn der Müll sowieso erst beim nächsten regulären Termin abgeholt wird, hätten sie es doch gleich sagen können.“

 Gegen Müllers Darstellung wehrt sich die AWS. Vor allem auf die Verkehrssituation vor Ort wird verwiesen. Das infrage stehende Haus befände sich in einem Seitenarm der Krummen Straße, der nur über die Straße Am Nordwall erreichbar sei. Eine Einfahrt von der Krummen Straße aus verhindere eine Barriere. Um an das Grundstück zu gelangen, müssten die Fahrer rückwärts in den Nordwall fahren. „Es würde die Entsorgungssituation erheblich erleichtern, wenn die Bereitstellung der Behälter vor der Barriere in Richtung Krumme Straße erfolgen würde“, teilt der Abfallentsorger schriftlich mit.

 Aufgrund der komplizierten Situation, sagt Jörg Groß, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb und Logistik, könne es passieren, dass neue oder mit den speziellen Gegebenheiten nicht vertraute Fahrer die Tonne übersehen. Nach Müllers Angaben ist das auch schon mehrfach geschehen – obwohl „die Tonne seit Ewigkeiten an derselben Stelle“ stehe.

 Die Stadthägerin behauptet, andere Bürger zu kennen, die ebenfalls von der AWS hängengelassen wurden. Nach Darstellung von Groß handelt es sich aber nicht um ein Dauerproblem. Sicherlich passierten vereinzelt Fehler. Der Fall Müller sei aber bisher einzigartig. Ihm sei kein anderer bekannt, bei dem eine Tonne tatsächlich von einem Abfuhrtermin bis zum nächsten stehengeblieben wäre. jcp

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