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"Sexting" auch am Ratsgymnasium

Stadthagen / Jugend "Sexting" auch am Ratsgymnasium

Auch am Stadthäger Ratsgymnasium hat es Fälle von „Sexting“ gegeben. Allerdings liegen diese bereits zwei beziehungsweise vier Jahre zurück, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Angelika Hasemann auf SN-Anfrage. Im Internet kursierten damals Fotos von einer Neunt- und einer Zehntklässlerin, die jeweils spärlich bekleidet waren.

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"Sexting" liegt im Trend - und birgt Gefahren.   dpa

Stadthagen. In einem Fall hatte ein Mädchen sich selbst fotografiert und das Bild an einen Jungen geschickt, der es prompt für die digitale Allgemeinheit freigab. Bei der zweiten Begebenheit handelte es sich streng genommen nicht um „Sexting“. Das Opfer hatte sich von seinem Freund mit dem Handy ablichten lassen. Der Junge verkaufte das Telefon später – und vergaß, die Bilder vom Speicher zu löschen. Kurz darauf tauchten die Aufnahmen im Internet auf.
„Wir versuchen regelmäßig in Veranstaltungen, die Kinder auf solche Gefahren im Zusammenhang mit dem Internet hinzuweisen“, sagt Lehrerin Hasemann. Seien die Bilder aber erst einmal im Netz, stünden die Pädagogen dem Problem hilflos gegenüber. Es bleibe nur die Empfehlung, zur Polizei zu gehen. Schließlich handele es sich um eine Straftat.
„Das versuchen wir auch immer wieder, aufzuzeigen“, sagt Hasemann. „Das ist keine Lappalie wie ein Kaugummi unter dem Tisch.“
Schwierige Frage für die Entscheider in den Schulen ist, ob ein Thema wie „Sexting“ im Unterricht angesprochen werden soll oder nicht. „Da hat man schnell schlafende Hunde geweckt“, sagt die kommissarische Konrektorin der Oberschule am Schlosspark, Edelgard Lissy. Selbst habe sie die Erfahrung machen müssen, wie nach der Behandlung des Themas „Magersucht“ auf besonders dünne Schülerinnen mit dem Finger gezeigt und gesagt wurde: „Die ist doch magersüchtig!“
Fälle von „Sexting“ an der Schule am Schlosspark seien Lissy nicht bekannt. Sie räumt aber ein, dass Eltern und Lehrer „meist die Letzten“ seien, die „so etwas mitbekommen“.
Auch Holger Wirtz, Schulleiter des Wilhelm-Busch-Gymnasiums, kennt das Phänomen „Sexting“ nach eigenen Angaben bisher nur aus den Medien. „Wir werden das aber aufnehmen und vor den Schülern ansprechen“, sagt er.
Die Vorkommnisse am Ratsgymnasium zeigen, dass das Phänomen „Sexting“ nicht neu ist. Aktuell taucht es in den Medien auf, weil in der vergangenen Woche  sieben Schulleiter in Cloppenburg Eltern in einem Brief auf die Gefahren hingewiesen haben. "Sexting" und mögliche Folgen Der Begriff setzt sich zusammen aus „Sex“ und „Texting“. Schüler machen anzügliche Fotos von sich und verschicken sie unter anderem mit der Smartphone-Anwendung „WhatsApp“. Wer ein solches Bild eines Dritten zum Beispiel bei Facebook einstellt, verstößt gegen den Paragrafen 201a des Strafgesetzbuches. Juristisch handelt es sich um eine sogenannte „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. Folgen können bis zu einem Jahr Gefängnis und Geldstrafen sein.    jcp

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