Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Sicherheit ist nicht an Zahlen messbar

Neue Herausforderungen für Polizei Sicherheit ist nicht an Zahlen messbar

Polizisten mit Maschinenpistolen auf dem Stadthäger Weihnachtsmarkt – ein Anblick, an den sich die Menschen werden gewöhnen müssen, wie Frank Kreykenbohm, Leiter der PI Nienburg/Schaumburg, sagt. Die Polizei muss sich neuen Herausforderungen anpassen, wie der nun vorgestellte Sicherheitsbericht zeigt.

Voriger Artikel
Stadt kommt mit Spielplatzplanung nicht voran
Nächster Artikel
Kanaren sind bei Urlaubern beliebt

Stadthagen. „Wir würden uns zurecht den Vorwurf gefallen lassen müssen, nichts getan zu haben, falls doch etwas passiert.“ Und davor könne man heute einfach nicht gefeit sein. „Wir haben auch hier Wirrköpfe, die sich von den Bildern aus dem Fernsehen animiert fühlen könnten.“

 Terrorismus und Islamismus war am Mittwoch eines der großen Themen bei der Vorstellung des Sicherheitsberichtes der Polizeidirektion (PD) Göttingen, zu der auch die Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg gehört. So hätten sich die Herausforderungen für die Beamten in den vergangenen Jahren gewandelt.

 Der Bereich Cyber-Kriminalität nehme heute viel Raum ein, wie Polizeipräsident Uwe Lührig erklärt. „Wir müssen mehr Personal in diesem Bereich einstellen und die Kollegen flächendeckend besser ausbilden.“ In der gesamten PD arbeiten 39 Mitarbeiter in dieser Abteilung, die Inspektion Nienburg/Schaumburg hat eine eigene Ermittlungsgruppe. „Das ist aber ein riesiger Fortbildungsaufwand“, bestätigt auch Kreykenbohm.

910 Einbrüche scheiterten

 Auch wenn im Landkreis Schaumburg die Zahl der Wohnungseinbrüche 2016 um 55 auf 266 zurückgegangen sei, sei das Sicherheitsgefühl der Menschen ein anderes. „Wir sind aber froh, dass sie sich sich offenbar besser selbst schützen und unsere Beratungen Wirkung gezeigt haben“, sagt Polizeivizepräsident Bernd Wiesendorf. Dies sei anhand der versuchten Einbruchszahlen ersichtlich. Bei 910 Versuchen scheiterten die Täter PD-weit. Im November konnten Stadthäger Polizisten drei Einbrecher bei einer Verkehrskontrolle festnehmen, das Diebesgut aus Heuerßen befand sich im Wagen. „Wir appellieren immer wieder an die Menschen, bei jeder verdächtigen Beobachtung, auch wenn es nur ein Auto ist, was dort nicht hingehört, 110 anzurufen“, ruft Lührig zu mehr Vorsicht auf.

 Im Blick hat die Polizei auch Banden, die aggressiv betteln oder mit Trickdiebstählen auf Beute gehen. So hat es in Stadthagen allein im April vergangenen Jahres vier Fälle von Trickdiebstählen gegeben und im Juli ist einem Rentner sein Handy gestohlen worden. Die Strafverfolgung gestalte sich laut dem PI-Leiter jedoch schwierig, „weil der Aktionsradius der Banden sehr weit reicht“. Dort könne nur immer wieder drauf gedrängt werden, dass die Menschen vorsichtiger agierten, auch wenn vermeintliche Polizisten oder Verwandte anriefen – Stichwort Enkeltrick.

190 Reichsbürger in der PD

Gerade im ländlichen Raum sei Verkehr ein großes Thema. Immer wieder sei laut Kreykenbohm überhöhte Geschwindigkeit der Grund für schwere Unfälle, zunehmend ist auch Wild beteiligt. „Die Technik gibt manchmal ein trügerisches Sicherheitsgefühl, während gleichzeitig die Aufmerksamkeit durch das Handy oder Navi von der Straße gelenkt wird.“

 Ihr Augenmerk werden die Beamten auch auf die rund 190 sogenannten „Reichsbürger“ in der PD richten, mit denen Beamte sowie Gerichte in Stadthagen und Umgebung bereits ihre Bekanntschaft gemacht haben. col

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr